Grass-Bilder gefunden : „Das soll von mir sein?“

Viktoria Krason, Ausstellungskuratorin, steht vor frühen Aquarellen des Malers Grass.
Viktoria Krason, Ausstellungskuratorin, steht vor frühen Aquarellen des Malers Grass.

Frühe Grass-Bilder unter Treppe gefunden – nun sind sie in Lübeck zu sehen

svz.de von
31. März 2016, 12:00 Uhr

Einen Blick auf den frühen bildenden Künstler Günter Grass bietet eine Ausstellung, die von heute an im Günter-Grass-Haus in Lübeck zu sehen ist. Die Schau mit dem Titel „Don't fence me in“ zeigt Zeichnungen, Aquarelle und Plastiken, die zwischen 1948 und 1952 während Grass' Studium an der Kunstakademie Düsseldorf entstanden sind. Die Bilder galten lange als verschollen und wurden erst 2013 unter einer Treppe des Hauses gefunden, in dem Grass als Student gelebt hatte. Sie werden jetzt erstmals öffentlich gezeigt.

Zu sehen sind Arbeiten aus der Zeit, als der spätere Literaturnobelpreisträger („Die Blechtrommel“) noch nicht wusste, dass er einmal Schriftsteller werden würde. Als Student der Bildhauerei und Grafik in Düsseldorf experimentierte der junge Grass mit verschiedenen Kunststilen: Impressionismus, Expressionismus, Surrealismus, Kubismus. „Die Kunst der Klassischen Moderne, die unter den Nationalsozialisten verfemt war, galt Grass als Anknüpfungspunkt für seine eigenen Arbeiten“, sagte die Kuratorin der Ausstellung, Viktoria Krason, bei der Präsentation. So erinnern viele der gezeigten Zeichnungen und Aquarelle an Bilder von Otto Dix, Pablo Picasso, Edvard Munch oder Ernst Ludwig Kirchner. „Das soll von mir sein?“ schreibt Grass in seinem letztem Buch „Vonne Endlichkait“, in dem er die Rückgabe der Arbeiten schildert.

„Die Ausstellung beleuchtet eine bislang unbekannte Seite des Künstlers Günter Grass, denn sie zeigt, wie sich seine charakteristische Bildsprache entwickelt hat. Deshalb ist sie ein besonders wichtiges Projekt unseres Hauses“, sagte Museumsleiter Jörg-Philipp Thomsa gestern.

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