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Ruhe nach dem Sturm : Da waren's nur noch vier: Fifth Harmony übt den Neuanfang

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2011 waren Fifth Harmony noch als Drittplatzierte einer Castingshow bekannt. Drei Alben und ein paar interne Unstimmigkeiten später geht die Girl Group zu viert mit frischem Schwung auf die Fans zu. Die Karten neu zu mischen hat der Band offenbar gut getan.

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2017 | 13:27 Uhr

Eines wollten die Mädels von Fifth Harmony auf jeden Fall nicht sein: Gossip Girls. Doch der Abschied von Camila Cabello, die ihren vier Bandkolleginnen im Dezember den Rücken kehrte und eine Solo-Karriere startete, hat zu so manchem Tratsch geführt, Gossip eben.

Nach der Schrumpfkur vom Quintett zum Quartett soll das am Freitag erscheinende Album «Fifth Harmony» der Band nun helfen, die Wogen zu glätten und in neuer Formation nach vorn zu blicken.

Ihr Selbstbewusstsein, zu sprudelndem Dance-Pop im Chor zu singen und zu summen, haben «5H» auf dem dritten Album und nach Cabellos Abgang nicht verloren. «Was siehst du, wenn du mich ansiehst? Öffne deine Augen, ich bin brillanter als du je sein wirst», stimmen sie gemeinsam in «Angel» an. Die vorab veröffentlichte, entschleunigte Single knüpft musikalisch an das an, was Fans schon auf den Alben «Reflection» (2015) und «7/27» (2016) zu hören bekamen.

Auch mit dem Hit «Down» bewegt sich die 2012 gegründete Girl Group um den Mix aus tropischen Rhythmen, geschmeidigem Soul und (manchmal etwas nichtssagenden) Redewendungen - ein Rezept, das schon bei «Work From Home» aufging. In «Down» verstärkt Atlanta-Rapper Gucci Mane das Quartett, der nicht nur den Trap-Style mit aus den Kinderschuhen hob, sondern der ein Ohr für griffige Texte und einprägsame Melodien hat. Nur der Refrain «When push comes to shove / You show me love» (Wenn es hart auf hart kommt / Zeigst du mir Liebe) wirkt etwas ironisch, weil genau das im Zoff mit Cabello ja gerade anders gelaufen war.

Neben nachdenklichen Zeilen rund um Liebeskummer («Make You Mad», «Don't Say You Love Me») und Eifersucht («Lonely Night») bietet die neue Platte die akustische Unterlage für einen poppigen Spätsommer. Das eine oder andere Teenager-Mädchen dürfte zur Bassline in «He Like That» vom süßen Boy aus der Parallelklasse träumen, während sie auf einer Decke im Volkspark in den Himmel blinzelt oder sich den Fahrtwind durch das offene Autofenster ins Gesicht wehen lässt.

Es beeindruckt, wie diese Sängerinnen sich aus dem Castingshow-Format gepellt und nach und nach zur eigenen Form gefunden haben. In der zweiten Staffel der US-Show «The X Factor» hatten sie 2011 nur den dritten Platz geholt und in frühen Titeln eher geklungen, als wollten sie sich gegenseitig ausstechen, anstatt in «Harmony» aufzugehen - hatten sie sich doch mit genau diesem Vorhaben als Solo-Künstler beim «X Factor» beworben. Die Show würfelte sie zu Fifth Harmony zusammen, und vielleicht war Cabello dabei einfach das fünfte Rad am Wagen.

Heute sind Lauren Jauregui, Dinah Jane, Normani Kordei und Ally Brooke eine der erfolgreichsten Girl Groups ihrer Generation, vor allem dank der Single «Work From Home» mit Ty Dolla $ign. Es schien dabei kaum jemanden zu stören, dass Sängerin Jordin Sparks 2015 die fast identische Single «Work From Home» veröffentlichte oder dass eine gewisse Rihanna mit dem ewigen «Work, work, work, work, work, work» einen Ohrwurm für Millionen vorgelegt hatte. Mehr als die Hälfte der Titel auf «Fifth Harmony» haben die vier Sängerinnen mit verfasst, kreativ ist das Album ein deutlicher Schritt nach vorn.

«Wir sind so glücklich, und wir kommen voran», sagte Jauregui der Zeitung «USA Today» kürzlich. Nach «dem ganzen Drama, dem ganzen Hype» um die Causa Cabello, die mit der Trennung eines Promi-Paares vergleichbar gewesen sei, könne die Gruppe nun ein neues Kapitel aufschlagen.

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