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Grassierende Verblödung : Corinna Kirchhoff wünscht sich mehr Relevanz am Theater

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Die Schauspielerin lässt kein gutes Haar an der deutschsprachigen Theaterszene. Mit dem Intendantenwechsel am Berliner Ensemble (BE) erhofft sie sich einen Neuanfang.

svz.de von
erstellt am 26.Aug.2017 | 15:06 Uhr

Schauspielerin Corinna Kirchhoff (59) hat genug von der «grassierenden Verblödung» an vielen Bühnen und fordert gute Rollen für ältere Frauen.

Durch den Intendantenwechsel am Berliner Ensemble (BE) erhoffe sie sich einen Neuanfang, der vor allem auf relevante Stücke und die Schauspieler setze, sagte Kirchhoff dem Magazin «Focus».

Intendant Claus Peymann nahm im Juli nach 18 Jahren Abschied vom BE. Die Schauspielerin, die jahrelang an der Schaubühne in Berlin und am Burgtheater in Wien gearbeitet hat, setzt dabei vor allem auf den neuen Intendanten Oliver Reese.

«Er ist integer, er ist klug, er ist den Schauspielern zugewandt», sagte die 59-Jährige. Ansonsten zog sie eine eher kritische Bilanz: «Das Theater ist oft schwach, hat nichts zu sagen.» Von den Regieexzessen etwa eines Frank Castorf, aber auch dem Trend zu Performance und Genremix hält sie nichts: «Das entwertet unser Metier, nimmt ihm seine Radikalität.» Casdorf hatte ebenfalls im Juli nach 25 Jahren die Intendanz der Berliner Volksbühne abgegeben.

Kirchhoff wird am BE unter Reese in dem Beziehungsdrama «Nichts von mir» von Arne Lygre auftreten. Sie wünscht sich bessere Rollen. «Es ist ein Jammer, ein Skandal, dass es für die älter werdende oder alte Frau viel zu wenig gute Rollen gibt, im Gegensatz zu den Männern. Denken Sie an King Lear, sowas fehlt uns.»

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