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Geburtstag : Bühnen-Patriarch und Regie-Anarcho

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Berliner Theaterregisseur Frank Castorf wird morgen 65.

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2016 | 16:00 Uhr

Seit Monaten kennt die Berliner Kulturszene fast kein anderes Thema mehr als das nahende Ende der Ära Frank Castorf: Nach einem Vierteljahrhundert legt der Theatermacher im Sommer 2017 sein Amt als Intendant der Berliner Volksbühne nieder – und feiert morgen seinen 65. Geburtstag.

Als Außenseiter in der DDR-Theaterprovinz machte der als Sohn eines Eisenwarenhändlers in Ost-Berlin geborene Castorf schon früh auf sich aufmerksam. Nach einem Studium der Theaterwissenschaften ging er als Dramaturg zum Theater der Bergarbeiter in Senftenberg. Anfang der 80er Jahre sorgte er mit oppositionellem Theater in Anklam für Aufsehen. Seit 1989 inszenierte Castorf auch in Westdeutschland. 1992 wurde er Intendant der Berliner Volksbühne.

Unter Castorf erlangte die Volksbühne Kultstatus und Weltruhm – mit Inszenierungen, die alle traditionellen Theaterregeln sprengen. Als Bühnenwüterich, Stücke-Zertrümmerer und Provokationsmaschine wird der Regisseur bezeichnet. Statt werktreuer Stück-Interpretation bietet er anarchische Happenings mit intellektuellen Abschweifungen und Seitenhieben auf die Weltlage. Zum Abschied will er 2017 Goethes „Faust II“ inszenieren. „Ich dachte, bevor alle sagen: Goethe? Kenn ich doch aus dem Film ’Fack ju Göhte’, möchte ich den Berlinern gerne zeigen, dass das doch ein relativ bedeutender deutscher Denker und Literat war.“

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