Aufbruchstimmung : Buchmesse will Leser zurückgewinnen

Bücher bis zur Decke auf der Frankfurter Buchmesse.
Bücher bis zur Decke auf der Frankfurter Buchmesse.

Der Buchmesse geht es gut, dem Buch weniger. Vor Beginn der weltgrößten Bücherschau in Frankfurt legen die Verantwortlichen Zahlen vor: Der Umsatz sinkt, aber die Ausstellerzahlen steigen.

svz.de von
09. Oktober 2018, 13:33 Uhr

Die Buchbranche will auf der Frankfurter Buchmesse nach Wegen suchen, um abgewanderte Leser zurückzugewinnen. Verlage und Buchhändler arbeiteten hart daran, «das Buch wieder stärker zu den Menschen zu bringen», sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, am Dienstag in Frankfurt wenige Stunden vor der offiziellen Eröffnung der weltweit größten Buchmesse.

Trotz rückläufigen Umsatzes verspürt der Dachverband des deutschen Buchhandels eine Aufbruchstimmung. «Auch die Buch-Abwanderer schätzen das Buch und haben Sehnsucht danach», sagte Riethmüller. «Jedoch kommen sie im hektischen Alltag, gestresst durch Social Media und abgelenkt durch andere Unterhaltungsformate weniger zu Lesen.»

In den ersten neun Monaten des Jahres verzeichnete die deutsche Buchbranche ein Minus von 1,1 Prozent beim Umsatz. Bereits im vergangenen Jahr waren die Erlöse um 1,6 Prozent auf 9,13 Milliarden Euro zurückgegangen. Riethmüller zeigte sich aber optimistisch, dass der Handel durch ein starkes Herbst- und Weihnachtsgeschäft ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen könne.

Die Zahl der Aussteller in Frankfurt ist im Vergleich zum Vorjahr um fast drei Prozent gewachsen: 7500 Aussteller aus 110 Ländern seien dabei, sagte Buchmesse-Direktor Juergen Boos. Das Wachstum ist vor allem Teilnehmern aus dem Ausland zu verdanken, unter anderem sind 34 Aussteller aus 19 afrikanischen Ländern dabei.

Der Buchmessen- wie auch der Börsenvereins-Chef betonten die gesellschaftliche Aufgabe der Buchmesse. «Die Buchmesse ist ein Ort der Freiheit, wo Menschen aus aller Welt zusammenkommen, um ihre Stimme zu erheben: ein Ort gegenseitigen Respekts», sagte Boos. Sie werde «zu Verständigung, Dialog und einem friedlichen Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft beitragen», sagte Riethmüller.

Die weltgrößte Bücherschau beginnt am Mittwoch und dauert bis zum kommenden Sonntag. Sie findet in diesem Jahr zum 70. Mal statt. Im vergangenen Jahr kamen fast 300 000 Menschen zur Messe. Sie steht in den ersten drei Tagen nur Fachbesuchern offen. Wichtigstes Thema für die Branche, die in Deutschland mit sinkenden Umsätzen kämpft, ist der digitale Wandel. Auf der Messe werden außerdem Hunderte von Autoren erwartet. Diesjähriger Ehrengast ist Georgien.

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