Berlinale : Besser als Geschichtsunterricht

Zu Gast auf der Berlinale: George-Clooney (r.) – hier mit Matt Damon – stellt seinen neuen Film „The Monuments Men“ vor.
Zu Gast auf der Berlinale: George-Clooney (r.) – hier mit Matt Damon – stellt seinen neuen Film „The Monuments Men“ vor.

Mehr als 400 Filme in elf Tagen: Berlin wird ab heute zur Kinohochburg / Die Kulturbeauftragte des Bundes erwartet eine politische Berlinale

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06. Februar 2014, 00:33 Uhr

Die Berlinale präsentiert sich nach Ansicht der neuen Kulturstaatsministerin Monika Grütters dieses Jahr so aktuell und politisch wie selten zuvor. „Es ist erstaunlich, was für eine Dichte an Themen und Filmen wir zu brennenden, aktuellen Fragen haben. Das wird sicher ein ganz besonderes Festival“, sagte die CDU-Politikerin gestern. Mit einem Marktanteil von „weit über 20 Prozent“ habe der deutsche Film 2013 ein gutes Jahr hinter sich.

Ein herausragender Berlinale-Höhepunkt ist laut Grütters bereits der in Görlitz gedrehte Eröffnungsfilm „Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson heute Abend – eine Uraufführung. „Dass dieser Film, der Biografien zwischen den beiden Weltkriegen erzählt, zu Beginn unseres Gedenkjahres 2014 läuft, ist ein gelungener Auftakt“, so die Staatsministerin. „Das zeigt, dass Kino noch mal mehr leisten kann als der beste Geschichtsunterricht, weil es uns emotional packt und unter die Haut geht.“

Weitere Filme mit wichtigen zeitgeschichtlichen Themen sind laut Grütters etwa George Clooneys NS-Raubkunst-Geschichte „The Monuments Men“, Feo Aladags Afghanistan-Drama „Zwischen Welten“ und Volker Schlöndorffs Kriegsende-Duell „Diplomatie“. Der deutsche Film sei mit vier Beiträgen im Wettbewerb und insgesamt 107 heimischen Produktionen oder Coproduktionen stark vertreten.

Die endgültigen Zahlen für das Kinojahr 2013 liegen noch nicht vor. „Nach einem etwas schwächeren Jahr 2012 mit einem Marktanteil von rund 18 Prozent geht der Trend aber deutlich bergauf“, sagte Grütters. „Auch wenn wir die 30 Prozent von Frankreich nicht schaffen, peilen wir auf Dauer eine Marke von über 25 Prozent an.“ Eine Quote zur Förderung der heimischen Produktion wie in Frankreich lehnte die CDU-Politikerin ab. „Das entspricht nicht unserer Vorstellung von Autonomie und Freiheit in der Kultur.“

Stattdessen appellierte sie an ARD und ZDF, noch mehr für den deutschen Film zu tun. Gerade der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk habe hier eine besondere kulturelle Verantwortung. „Gute Produktionen brauchen auch gute Sendeplätze – das muss man unseren Fernsehmachern immer einmal wieder ins Stammbuch schreiben“, so Grütters. Die Berlinale wird vom Bund mit 6,5 Millionen Euro bezuschusst. Dazu kommen 300 000 Euro für den World Cinema Fund sowie die vom Filmförderfonds unterstützten Produktionen. „Damit trägt der Bund direkt oder indirekt mehr als ein Drittel zum gesamten Festival-Budget von 21 Millionen Euro bei“, so Grütters. „Wir sind gerade darauf stolz, dass die Berlinale mit einer halben Million Zuschauern das größte Publikums-Filmfest der Welt ist. “

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