«Nichts von mir» : Berliner Ensemble setzt Premierenreigen fort

Judith Engel, Corinna Kirchhoff und Anne Ratte-Polle im Stück 'Nichts von mir'.
Judith Engel, Corinna Kirchhoff und Anne Ratte-Polle im Stück "Nichts von mir".

Der Premieren-Marathon am Berliner Ensemble geht weiter. Mit einem düsteren Beziehungsdrama löst der neue Intendant Oliver Reese sein Versprechen ein, zeitgenössische Dramatik auf die Bühne zu bringen.

svz.de von
23. September 2017, 13:59 Uhr

Als deutschsprachige Erstaufführung ist am Freitagabend am Berliner Ensemble das Beziehungsdrama «Nichts von mir» des Norwegers Arne Lygre aufgeführt worden.

Die Inszenierung der Slowenin Mateja Koleznik war die zweite von insgesamt drei Premieren, mit denen der neue Intendant Oliver Reese seine erste  Spielzeit an dem traditionsreichen Theater startet.

Drei Frauen und drei Männer erzählen in «Nichts von mir» in ständig wechselnden Rollen vom tragischen Schicksal einer Familie. Der Beifall der Zuschauer galt am Ende neben Regisseurin und Autor vor allem den Schauspielern Corinna Kirchhoff, Judith Engel, Anne Ratte-Polle, Gerrit Jansen, Martin Rentzsch und Owen Peter Read.

Die Männer- und Frauenfiguren sind in der wie eine Collage gestalteten Inszenierung gleich angezogen und gleich frisiert. Die Versuchsanordnung der Gefühle und Ereignisse in einer nordisch-kühlen Wohnung hat etwas sehr Abstraktes. Die mit Dramen wie Tod, Krankheit und Untreue verbundenen Gefühle werden von den Charakteren auf der Bühne nicht ausgelebt, sie sollen sich im Zuschauer selbst entwickeln.

Reese, Nachfolger von Claus Peymann, hatte seine Intendanz am Donnerstagabend mit Camus' «Caligula» in der Regie von Antú Romero Nunes begonnen. Am Samstagabend stand als dritte und letzte Premiere noch Brechts «Der kaukasische Kreidekreis» auf dem Programm. Michael Thalheimer wollte das Stück mit der preisgekrönten österreichischen Schauspielerin Stefanie Reinsperger in der Rolle der Grusche auf die Bühne bringen.

Reese hatte angekündigt, vor allem auf zeitgenössische Dramatik zu setzen, und machte mit dem Stück des 49-jährigen Norweger Lygre nun den Anfang. Um das Hier und Jetzt soll es am neuen Berliner Ensemble gehen. «Wir zeigen 17 Stücke im ersten Jahr, und 12 davon sind von lebenden Autoren geschrieben», so Reese.

Berliner Ensemble

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