Kunst-Auszeichnung : Ausstellung zum Turner-Preis startet mit Andrea Büttner

In der Ferens Art Gallery werden Drucke, Radierungen und Gemälde von Andrea Büttner gezeigt. /Turner Prize 2017
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In der Ferens Art Gallery werden Drucke, Radierungen und Gemälde von Andrea Büttner gezeigt. /Turner Prize 2017

Der Turner-Preis ist die renommierteste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Eine Deutsche hat Chancen, ihn in diesem Jahr zu gewinnen.

svz.de von
25. September 2017, 14:57 Uhr

Die Ausstellung zum diesjährigen Turner-Preis öffnet am Dienstag ihre Pforten mit einem Beitrag der deutschen Künstlerin Andrea Büttner. Die Schau zu dem renommierten Kunst-Preis findet in der diesjährigen britischen Kulturhauptstadt Hull im Norden Englands statt.

Büttner wurde 1972 in Stuttgart geboren und lebt inzwischen in Berlin und London. Für den Turner-Preis werden nur Künstler nominiert, die aus Großbritannien stammen oder dort leben und arbeiten. Neben Büttner sind das in diesem Jahr Hurvin Anderson, Lubaina Himid und Rosalind Nashashibi.

Büttner zeigt in der Ausstellung eine Reihe von Drucken, Radierungen und Gemälden. Es geht bei den Arbeiten um «Scham und Verlegenheit» und «die Beziehung zwischen Ästhetik und Ethik», heißt es in einer Mitteilung zum Turner-Preis.

Ausschlaggebend für ihre Nominierung waren der Jury zufolge verschiedene Solo-Ausstellungen unter anderem in der Kunsthalle St. Gallen (Schweiz) und bei David Kordansky in Los Angeles.

Mit Hurvin Anderson und Lubaina Himid nominierte die Jury erstmals zwei Künstler, die über 50 Jahre alt sind. Bis zum vergangenen Jahr galt für den Turner-Preis eine Altersgrenze. Die Organisatoren änderten das, um auch die Leistung von Künstlern zu würdigen, die erst spät ihren Durchbruch schaffen.

Andersons Malerei stellt politische und soziale Kategorien wie Identität und Zugehörigkeit in den Vordergrund. Die aus Sansibar stammende Himid widmet sich in Gemälden, Grafiken und Installationen dem Einfluss schwarzer Einwanderer auf die westliche Kultur.

Die vierte Kandidatin auf der Shortlist ist die Filmkünstlerin Rosalind Nashashibi. Die Britin mit palästinensischen Wurzeln erforscht vor allem von Menschen besetzte Räume - vom Kleingarten bis zum Gaza-Streifen. Mit ihrer Kamera hält sie Momente fest und versucht Kontraste zu Fantasienwelten zu erzeugen.

Der Preis ist nach dem englischen Maler William Turner (1775-1851) benannt. Er gilt als wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst und wird seit 1984 vergeben. Das Preisgeld für den Gewinner beträgt 25 000 Pfund (rund 28 500 Euro). Bislang wurden erst zwei Deutsche mit dem Turner-Preis ausgezeichnet, der Fotograf Wolfgang Tillmans (2000) und die Malerin Tomma Abts (2006).

Die Schau in der Ferens Art Gallery in Hull ist bis zum 7. Januar 2018 zu sehen. Am 5. Dezember soll der Preisträger gekürt werden.

Turner-Preis

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