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Theater Einfälle im Morgengrauen

Von HOKA | 20.12.2013, 11:45 Uhr

Der schlanke Mann mit langem Zopf an Elektroniktasten, Klavier und Computer malt Klangbilder zwischen Gemälden ringsum.

Und was wird in „Sonnenallee“, inszeniert von Ralph Reichel, zu hören sein? „Es gibt Anlehnungen an die Elemente der 70/80er-Jahre in der Popmusik, des Westens wie des Ostens, so an die Band Renft. Wir werden Propaganda-Lieder der DDR benutzen, auch mit Kinderchor. Alles verfremdet, aber nicht verspottet. Das wird ein ironischer musikalischer Kommentar zur DDR-Zeit, in der die tollen Geschichten über Selbstbewusstsein von Thomas Brussig/Leander Haußmann/Detlev Buck spielen. Dafür gibt es eine Rockband, aber nicht ohrenbetäubend.“

Wie beschreibt er seinen Stil? „Das ist schwierig. Früh habe ich Bartok und Strawinsky verehrt, auch Glenn Miller und Benny Goodman. Mich haben Klezmer, Jazz, Pop, Modern Klassik, Avantgarde und Traditionen von Liszt über Wagner bis Richard Strauss beeinflusst. Auch kitschige amerikanische Musik.“ Man müsse offen sein für Impulse, sagt er, um immer neue Ideen zu finden, „sonst versaut man sich in der eigenen Soße“.

Zwischen Probe und Termin beim Schauspieldirektor Peter Dehler, für den „John immer ein inspirierender Partner“ ist, erzählt der künstlerische Tausendsassa, während er sein Mittagessen gabelt. „Schon als Kind habe ich autodidaktisch Klavier gespielt, dann für Schulorchester komponiert. Ich wollte aber auch wie Fred Astaire tanzen und bin durch Zufall zum Ballett gekommen. Eine Episode.

Soeben hat er, wie seit elf Jahren, das Weihnachtsmärchen mit seinen Klängen bereichert, jetzt probt er für den Liederabend „Weltall-Erde-Mensch“ zu Silvester – „schlagerhaft bunt, aber auch nachdenklich leise“ –, und längst arbeitet er an „Sonnenallee – Das Musical“, das im Februar Premiere hat.