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Omega : „Am Anfang mochte ich unseren Namen nicht“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die erfolgreichste osteuropäische Rockband, kommt mit großem Orchester nach Rostock und feiert ihr 50. Bühnenjubiläum

Die ungarische Rockband Omega gilt seit fünf Jahrzehnten unumstritten als die populärste osteuropäische Rockband. Ulrich Grunert sprach mit dem Omega-Frontmann Janos „Mecky“ Kóbor über ihre Rock-Karriere und das bevorstehende Jubiläumskonzert am 25. Januar in Rostock.

Omega gilt als beliebteste und am längsten aktive Rockband Osteuropas. Wann ging Ihre Karriere tatsächlich los?
Janos Kóbor: Wir starteten als Schüler am Gymnasium in Budapest. Das war im Jahr 1959. Wir hatten keine Lust, die damals populäre traditionelle ungarische Tanzmusik zu spielen. Wir liebten Elvis Presley, wollten Rock ’n’ Roll spielen. Natürlich kamen wir an Elvis nicht heran. Aber als in England Cliff Richard ähnliche Sachen machte, schöpften wir Hoffnung. Das Bedürfnis nach moderner Tanzmusik war unter der Jugend riesengroß. Ab 1962 haben wir an jedem Wochenende mindestens an zwei Abenden in Budapester Studentenclubs zum Tanz gespielt.
Und wie kam es zu dem einprägsamen Bandnamen, dem griechischen Buchstaben ?
Wir hatten bis 1962 keinen eigenen Gruppennamen. Als ein Auftritt im Club der Technischen Hochschule Budapest anstand, fragte uns der Club-Leiter, welchen Namen er auf das Plakat schreiben sollte. Der Name war uns damals egal, Hauptsache wir konnten spielen. Als wir dann am Abend in den Club kamen, sahen wir die Plakate mit der Aufschrift: Heute spielt OMEGA. Ich fragte: Wer ist denn das? Der Clubleiter antwortete: Das seid ihr! Am Anfang mochte ich unseren Namen nicht. Mittlerweile hat sich das aber geändert.
Im Jahr 1968 hatte Omega als erste osteuropäische Rockband die Gelegenheit, in Westeuropa eine Langspielplatte zu produzieren. Mitten im Kalten Krieg war das fast unglaublich.
Unglaublich, aber wahr. Als DDR-Band wäre uns das 1968 mit Sicherheit nicht passiert. Aber wir hatten Glück. Wir wurden als Vorgruppe für ein Konzert der Spencer Davis Group und Traffic in Budapest engagiert. Dort lernten wir deren Manager John Martin kennen. Er mochte unsere Show und hat uns daraufhin nach London eingeladen. Dort spielten wir im Marquee Club. Das Decca-Label, bei dem auch die Rolling Stones unter Vertrag waren, bot uns dann einen Plattenvertrag an. So kam unsere erste Langspielplatte unter dem Titel „Omega Red Star“ in England heraus, noch bevor unser erstes ungarisches Album fertig war.
Im Jahr 1970 schaffte Omega den internationalen Durchbruch mit dem Song „Gyöngyhajù làny“ (Perlenhaariges Mädchen), der von vielen anderen internationalen Künstlern gecovert wurde. Auch Frank Schöbels Version „Schreib es mir in den Sand“ hatte in der DDR enormen Erfolg wurde. Was änderte sich nun für die Band?
Wir hatten die Gelegenheit, den Song auf Festivals in Palma de Mallorca und in Tokio vorzustellen. Beide Male wurde er ausgezeichnet. Danach war der Titel ein Welthit, wurde unzählige Male gecovert. Es soll mittlerweile Versionen in über 100 Sprachen davon geben. Wir wurden aufgrund des Erfolges zu Konzertreisen in vielen Ländern gebucht. Auch in die DDR wurden wir eingeladen, spielten in Berlin, Leipzig und Rostock. Dieses Lied hat uns Glück gebracht.
Omega teilte sich nun die Bühne mit weltbekannten Rockbands wie Traffic, Queen und den Rolling Stones. Hatten Sie da nicht Lampenfieber?
Die Rolling Stones haben ja zur gleichen Zeit angefangen wie wir. Warum sollten wir da Angst vor ihnen haben? Ich habe die frühen Stones-Sachen immer bewundert, wusste aber auch, das dieser spezielle Sound nicht der unsere ist. Wir haben nie versucht, die Stones odere andere berühmte Bands zu kopieren. Wir wollten immer unsere eigene Musik machen.
Auf Ihrem bevorstehenden Konzert in Rostock werden Sie mit großem Orchester agieren. Was reizt Sie an der symphonischen Umsetzung des Omega-Katalogs?
Es ging uns darum, genau die Stücke auszuwählen, die für eine derartige opulente Konzert-Umsetzung geeignet sind. Unser Jubiläums-Konzert dauert zweieinhalb Stunden und gliedert sich in drei Teile. Nach der „Symphonie“, unserem Rendezvous mit dem großen Franz Liszt, schließt sich nahtlos die „Rhapsody“ an. Zum Finale heißt es dann „Nostalgie“. Hier spielen wir unsere größten Hits. Natürlich wird „Das Mädchen mit dem Perlenhaar“, das im Original „Gyöngyhajú lány“ heißt, nicht fehlen. Viele kennen ja nur die Version der Scorpions oder die Samples, die Kanye West im vergangenen Jahr für seinen Welt-Hit „New Slaves“ benutzte. Wir bringen nun das Original nach Rostock.









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