„Achtmal Neuseeland reicht“

Kapitän Paulsen (Siegfried Rauch)   geht   von  Bord.
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Kapitän Paulsen (Siegfried Rauch) geht von Bord.

14 Jahre lang war Siegfried Rauch der „Traumschiff-Kapitän“ Jakob Paulsen – nun geht er von Bord

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24. Dezember 2013, 00:33 Uhr

Nach 14 Jahren auf der Kommandobrücke des „Traumschiffs“ geht Schauspieler Siegfried Rauch als Kapitän Jakob Paulsen von Bord. Am zweiten Weihnachtstag zeigt das ZDF seine letzte Fahrt, danach übernimmt Schauspieler Sascha Hehn das Steuerrad. Im Interview mit Britta Schultejans, dpa, erzählt der 81-jährige Rauch, warum Hehn das viel besser kann als er selbst – und warum Bora Bora für ihn nicht mit der italienischen Adria mithalten kann.

Sie haben sich vom „Traumschiff“ verabschiedet. Wie fühlt sich das an?

Rauch: Ich bin eigentlich überglücklich. So schön das war, nach 14 Jahren reicht es mal. Ich habe das wahnsinnig gerne gemacht und auch viel gesehen, aber ich habe verschiedene Kapitel in meinem Leben und die dürfen auch nicht zu lange gehen. Der Zeitpunkt war jetzt da.

Ich bin unglaublich glücklich, dass ich den Leuten eine Freude machen und selbst so viel sehen durfte. Aber jetzt muss ich auch nichts mehr sehen. Achtmal Neuseeland reicht mir und viermal Samoa und Bora Bora reichen mir auch. Alles ist sowie beim ersten Mal am schönsten. Bei Wiederholungen besteht die Gefahr, dass es zur Gewohnheit wird.

Ich habe ein großes Geschenk bekommen und dann zu sagen: Ich will ein noch größeres Geschenk – das fänd’ ich blöde.

Gibt es denn kein Ziel, das Sie gerne nochmal angesteuert hätten?

Es gibt natürlich noch viele, viele Länder, kleine Inseln, die man vielleicht auch noch sehen könnte, aber man muss ja auch mal zufrieden sein. Irgendwann ist der Punkt erreicht, dass man gar nicht mehr so viel aufnehmen kann. Als ich das erste Mal nach Neuseeland kam, das war eigentlich das Schönste. Nein, eigentlich doch nicht. Mein allererster Urlaub am Meer war der allerschönste.

Ich war in den 1950er-Jahren in Cattolica an der Adria und das war mein eindrucksvollster Urlaub. Da habe ich zum ersten Mal das Meer gesehen – und zum ersten Mal einen Italiener. Das war alles ein Riesen-Abenteuer. Der Urlaub hat für eine Woche Vollpension 56 Mark gekostet, aber es war wunderschön und ein unbeschreibliches Erlebnis, das erste Mal ins Ausland zu fahren. Damals war Italien Ausland, heute ist es EU. Wenn mir einer als junger Bub gesagt hätte, dass ich mal die Welt sehen würde, hätte ich gesagt: Du verarschst mich doch. Ich dachte: Cattolica, das war’s jetzt aber.

Wie sind Sie denn mit Ihrem Nachfolger Sascha Hehn zufrieden? Kann der das genau so gut wie Sie?

Der kann das viel besser. Gegen ihn bin ich ja ein hässliches Entlein. Da muss ich viel spielen, bis ich so schön werde wie der Sascha.

Wie steht es eigentlich privat um Ihre maritimen Fertigkeiten?

Ich habe nur einen A-Schein, einen Segelschein. Ich bin ja immer schon leidenschaftlich gesegelt, auch Regatten. Aber ich habe keinen Motorboot-Führerschein oder so etwas. Durch die Segelei gibt es aber schon auch einen Bezug zum Wasser.

Was haben Sie denn in Zukunft vor?

Da lasse ich mich überraschen. Ich hätte jetzt auch wieder Zeit zum Theaterspielen – aber ich will ja nicht mehr so weit weg. Von Bora Bora nach Düsseldorf – das will ich auch nicht. Ich freue mich, wenn ich längere Perioden mal zu Hause bin. Fürs Fernsehen sind so Sachen wie „Bergdoktor“ toll. Da fahre ich anderthalb Stunden hin und kann am Abend wieder heimfahren. Das mache ich genau so gerne wie eine Seefahrer-Serie.

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