Hamburg : Abtauchen im Udoversum

Im „Osten“ steht auch sein güldener Trabi als eines von Udos persönlichen DDR-Relikten.
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Im „Osten“ steht auch sein güldener Trabi als eines von Udos persönlichen DDR-Relikten.

Lindenbergs „Panik City“ auf der Hamburger Reeperbahn eröffnet – mit Spitzentechnik, Emotionen und Eierlikörchen

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21. März 2018, 14:00 Uhr

Eigentlich wollte Udo Lindenberg ja Schiffssteward werden, doch schon als 15-Jähriger trommelte er lieber als Schlagzeuger in Düsseldorfer Altstadt-Kneipen statt Energie  in  seine Kellnerlehre in einem First-Class-Hotel zu investieren. Trotzdem beherrschte seine erste Band, die 1959 gegründeten „Dixie Devils“, nur eine Handvoll Songs. „Was soll aus Udo bloß werden?“, sorgte sich Mutter Hermine gegenüber seinen Freunden. Kumpel Clemi beruhigte sie: „Der wird eines Tages ein Superstar.“ Zur Belohnung bekam er von Hermine ein dickes Stück Kuchen.

Zu sehen und zu hören ist diese Geschichte in Udo Lindenbergs „Panik City“, die gestern auf der Hamburger Reeperbahn eröffnet wurde.

Die Panik City liegt direkt im Herzen der geilen Meile am Spielbudenplatz. Jeweils ca. 500 m von der S-Bahn-Station „Reeperbahn“ (S1/ S3) bzw. der U-Bahn-Station „St. Pauli“ (U3) entfernt. Besucher können die über 60-minütige „Experience“ sehen und zum Abschluss noch ein typisches Eierlikörchen zu sich nehmen.
Eintrittspreise: 18,50 bis 29,80 Euro, je nach Wochentag und Uhrzeit; für Schulkassen wird’s günstiger.

Die „Udo Lindenberg Experience“ schleust Besucher durch sechs Show-Räume und lässt sie auf 700 Quadratmetern tief eintauchen in die Welt des Rockstars. In einem aufwendigen Mix aus Dokumenten, Videos und interaktiven Multi-Media-Begegnungen treffen die Besucher Zeitzeugen aus Udos Kindheit, sie sind noch einmal dabei, als er 1983 zum ersten Mal vor ausgesuchten FDJ-Kadern in der DDR drei Stücke spielte und sich beim sozialistisch geschulten Nachwuchs keine Hand rührte.

Sie erleben mit, wie der Panikrocker 1987 dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker als Friedensbotschaft eine Gitarre überreichte und „Gitarren statt Knarren“ forderte.

Die Besucher können außerdem in seinem Ton-Studio gemeinsam mit ihm seinen Hit „Ich mach mein Ding“ einsingen, in der „Likörelle-Bar“ Udos Malerei kolorieren oder mit ihm auf der Bühne stehen und über die Zuschauer-Massen schweben – modernste Hologrammtechnik, LED-Wände und Spezial-Brillen machen es möglich.

Zwei Millionen Euro investierten die Macher um Theaterchef Corny Littmann und Gastronom Axel Strehlitz in die „Panik City“. Herausgekommen ist mehr als nur ein Museum. Lindenberg selbst nennt es in seiner Sprache ein „Udoversum aus Hightech, Multimedia und Magie“. Es ist aber auch „ein Spiegelbild deutscher Geschichte“, sagt Kiez-Urgestein Corny Littmann. Bisher unbekannte oder seltene Zeitdokumente sind zu sehen, zum Beispiel aus einem unveröffentlichten Song und Video, das Lindenberg eigentlich in den USA rausbringen wollte: „Father, you should have killed Hitler.“ Es gibt seltene Bilder aus seiner Jugend und den ersten Karrierejahren, in denen er noch ohne Hut und mit vollen Haaren zu bewundern ist. Und natürlich Filme, Musik und Platinschallplatten von den Stationen seiner Karriere.

Die Zeitreise durch Lindenbergs Höhen und Tiefen ist anrührend und sentimental. Und manchmal auch ergreifend ehrlich. Wenn er zum Beispiel vom Tiefpunkt seiner Karriere, dem Alkohol, redet. Und singt. „Dass ich früher Profitrinker war, weiß jeder“, sagt Lindenberg, „das gehört zu meiner Story dazu.“

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