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Joachim Fuchsberger : Abschied von einer Legende

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jahrzehntelang hat Joachim Fuchsberger das Fernsehen geprägt – im Rampenlicht war der Schauspieler und Entertainer in seinem Element

Joachim Fuchsberger war einer der Großen des Fernsehens: Jahrzehntelang hat er die Menschen unterhalten – als Entertainer, Showmaster und Schauspieler. „Ich bin der Fernsehsaurier“, hatte „Blacky“ zu seinem 80. Geburtstag am 11. März 2007 mit verschmitztem Lachen gescherzt. Dabei entsprach das Auftreten des gebürtigen Stuttgarters so gar nicht den wuchtigen Urzeitgeschöpfen. Er war ein Gentleman der alten Schule.

Ebenso wie den großen Auftritt liebte er die Provokation, was die Verantwortlichen der Fernsehsender oft zum Verzweifeln brachte. Doch egal ob im Fernsehen, im Theater oder im Kino – „Blacky“ blieb beliebt. Gestern ist Fuchsberger mit 87 Jahren in seinem Haus in Grünwald bei München gestorben, wie seine Frau bekannt gab.

Ein ungetrübter Lebensabend war dem lebensfrohen Schauspieler und seiner Frau Gundula nicht gegönnt. Im Oktober 2010 kam ihr Sohn Thomas ums Leben. Ein unendlicher

Schmerz. „Es ist in unserem hohen Alter eine brutale Beendigung unserer Lebensfreude, die wir noch hatten“, erklärte Fuchsberger kurz danach. „Wir haben das Wertvollste verloren – unseren einzigen Sohn.“

Zurück blieb ein Paar, das sich innig liebte und mit rührender Hingabe umeinander besorgt war. Gerne hielten sie sich an den Händen, Zeichen ihrer Liebe, mitunter ein Aneinanderfesthalten. „Was hier steht, ist im Grunde genommen das Ergebnis einer wundervollen Frau, die mir mein Leben lang geholfen hat, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, hatte Fuchsberger seiner Gattin mit bewegter Stimme erklärt. „Ich hätte immer auf Dich hören sollen, vielen Dank für unser gemeinsames Leben.“

Die gemeinsame Zeit währte seit 1954 – ohne Seitensprünge und Skandale. Und das bei einem Schauspieler, der als jugendlicher Liebhaber mit Filmschönheiten wie Romy Schneider, Senta Berger oder Marianne Hold am Set stand. Seine Frau begleitete ihn meist bei Dreharbeiten.

Von der Glanzwelt des Films war Fuchsberger anfangs weit entfernt. 1927 wurde er in Stuttgart geboren, sein Vater war Vertreter für Setzmaschinen. Nach der Schule probierte er vieles aus: Er montierte Setz- und Druckmaschinen, war Bergmann und textete Schlager. 1950 landete er beim Bayerischen Rundfunk, damals noch Radio München, drei Jahre später beim Fernsehen und bald beim Film. Dort spielte er „diesen recht faden, dussligen jugendlichen Liebhaber“, wie er es selbst beschrieb. Die Rolle als Polizeidetektiv in Gruselfilmen von Edgar Wallace kam ihm gerade recht. Filme wie „Der Hexer“ oder „Die toten Augen von London“ wurden Kult. 2007 knüpfte er an die Schauer-Filme mit einer Rolle in der Edgar-Wallace-Parodie „Neues vom Wixxer“ an.

Den Gipfel seiner Beliebtheit erreichte Fuchsberger als Showmaster. Seiner ersten Rate-Sendung „Nur nicht nervös werden“ 1960 folgten weitere. Doch es hagelte auch Kritik: Neben mangelndem Tiefgang beklagten viele seine lockeren Sprüche. Fuchsberger zog sich nach Australien zurück und drehte Dokumentarfilme. 1990 kehrte er mit „Ja oder Nein“ als Showmaster zurück. Lange Jahre lebte das Ehepaar abwechselnd in Grünwald bei München und in Down Under.

In seinen letzten Jahren wirkte Fuchsberger zerbrechlich, müde. Trotzdem konnte immer wieder der Schalk in seinen Augen aufblitzen und den Mann mit dem schlohweißen Haar jugendlich wirken lassen. Zu seinem 85. Geburtstag hatte er in einem Gedicht über den Tod sinniert. „Aus hohlen Augen grinst er Dich an und sagt: Kommst Du freiwillig mit, alter Mann? Wehren ist zwecklos, mach Dich bereit, für den letzten Schritt in die Ewigkeit. Du schaust und legst zum Ende, in seine Hände Deine zitternden Hände. Im brechenden Auge ein Hoffnungsschimmer, und dann gibste den Löffel ab – für immer.“

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