Glas Wein um die Ecke : Pariser Bistros sollen Unesco-Kulturerbe werden

Sie prägen das Stadtbild: die Bistros in Paris, wie hier im jüdischen Viertel Le Marais.
Sie prägen das Stadtbild: die Bistros in Paris, wie hier im jüdischen Viertel Le Marais.

Es gibt immer weniger der kleinen Lokale in Paris. Daher sollen sie jetzt entsprechend geschützt werden.

svz.de von
11. Juni 2018, 17:04 Uhr

Paris | Die Pariser Bistros wollen immaterielles Kulturerbe der Unesco werden. „Unsere Bistros sind bedroht und müssen entsprechend geschützt werden“, sagte der Gastronom Alain Fontaine am Montag in Paris im Namen einer Interessenvertretung.

Die französischen Bistros (französisch: Bistrots) sind kleine Lokale, die den ganzen Tag geöffnet haben und oft einfache, hausgemachte Küche anbieten. Sie gelten als beliebter Treffpunkt von Einheimischen und Touristen, die hier morgens ihren Kaffee, abends ein Glas Wein trinken und sich miteinander austauschen.

Gäste stehen an der Theke im Bistro Le Mesturet im zweiten Pariser Arrondissement. Foto: dpa
Ronja Bauer
Gäste stehen an der Theke im Bistro Le Mesturet im zweiten Pariser Arrondissement. Foto: dpa

In den zurückliegenden 20 Jahren ging die Zahl der klassischen Pariser Bistros um die Hälfte zurück, berichtete die Vereinigung zur Unesco-Einschreibung. Größere Gastronomieketten und andere Betreiber kauften Bistros auf und wandelten sie in Schnellrestaurants oder Imbisse um - diese Entwicklung nannte Fontaine als einen Grund für den Rückgang.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo teilte via Twitter mit, die Lokale seien „ein wesentlicher Bestandteil des Charmes und der Identität von Paris“. Die im Rathaus für Handel und Selbstständige verantwortliche Olivia Polski versicherte, Hidalgo unterstütze das Vorhaben.

Weiterlesen: Macron will Baguette als Unesco-Kulturerbe anerkennen lassen

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen