Preisvergabe in Hollywood : Elf Nominierungen für "Joker": Die Oscar-Anwärter 2020 im Überblick

Renée Zellweger ist als beste Hauptdarstellerin nominiert, ebenso Joaquin Pheonix (Mitte) und sein Film 'Joker' (Bild) sowie Leonardo DiCaprio.
Renée Zellweger ist als beste Hauptdarstellerin nominiert, ebenso Joaquin Pheonix (Mitte) und sein Film "Joker" (Bild) sowie Leonardo DiCaprio.

In Los Angeles wurden am Montag die mit Spannung erwarteten Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben.

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13. Januar 2020, 14:14 Uhr

Wer kann 2020 auf einen Oscar hoffen? Der Schauspieler John Cho und die Filmemacherin Issa Rae haben am Montag in Hollywood die Nominierungen der Akademie verkündet.

Mit elf Nominierungen geht der düstere Psycho-Thriller "Joker" als großer Favorit in das diesjährige Oscar-Rennen. Das Werk von Regisseur Todd Phillips hat unter anderem Chancen auf Auszeichnungen in den Kategorien als bester Film, für Regie und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix. "Joker" gehört zu den insgesamt neun Anwärtern in der Top-Sparte "Bester Film". Zehnfach nominiert wurden "The Irishman", "1917" und Quentin Tarantinos "Once Upon a Time in Hollywood".

Viele der Nominierungen gleichen sich mit denen der Golden Globes 2020. Die Oscar-Trophäen werden am 9. Februar in Hollywood zum 92. Mal vergeben. Zum zweiten Mal in Folge wird der Oscar-Moderator in diesem Jahr fehlen.

Deutsche Ko-Produktion nominiert

Die deutsche Ko-Produktion "The Cave" (deutscher Titel "Die Höhle") hat Chancen auf einen Oscar als beste Dokumentation. Das Werk des aus Syrien stammenden Regisseurs Feras Fayyad ("Die letzten Männer von Aleppo") ist unter den fünf Anwärtern für den Preis, wie die Oscar-Akademie am Montag mitteilte.


In der syrisch-deutsch-dänischen Ko-Produktion begleitet der Regisseur ein engagiertes Team von Ärztinnen in Syrien, die in einem unterirdischen Krankenhaus unermüdlich Kriegsopfer behandeln und gegen systemischen Sexismus ankämpfen. Beim Filmfest im kanadischen Toronto erhielt die Doku 2019 den Publikumspreis. Mitproduziert wurde der Film von der Leipziger Firma Ma.ja.de. und dem Südwestrundfunk (SWR). Fayyads Doku "Die letzten Männer von Aleppo" über ehrenamtliche Helfer der Hilfsorganisation Weißhelme in Syrien war 2018 für einen Oscar nominiert gewesen.

Neun Filme für "Besten Film" nominiert

"The Irishman", "Joker" und "Little Women" gehen ins Rennen um den Oscar als bester Film. Die Werke gehören zu den insgesamt neun Anwärtern für den wichtigsten Filmpreis der Welt. Nominiert wurden außerdem "Le Mans 66 – Gegen jede Chance" (im Original Ford V Ferrari), "Jojo Rabbit", "Marriage Story", "1917", "Once Upon a Time in Hollywood" und "Parasite".

Der Streamingriese Netflix hatte es im vorigen Jahr mit dem Schwarz-Weiß-Film "Roma" des Mexikaners Alfonso Cuarón erstmals in die prestigeträchtigen Top-Sparte "Bester Film" geschafft. In diesem Jahr hat Netflix in dieser Kategorie mit "The Irishman" und "Marriage Story" doppelte Chancen.


Beste Hauptdarstellerin: Renée Zellweger hat in ihrer Kategorie Konkurrenz von Charlize Theron ("Bombshell"), Cynthia Erivo ("Harriet"), Scarlett Johansson ("Marriage Story") und Saoirse Ronan ("Little Women").


Bester Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio tritt gegen Antonio Banderas ("Leid und Herrlichkeit"), Adam Driver ("Marriage Story"), Joaquin Phoenix ("Joker") und Jonathan Pryce ("Die zwei Päpste") an.

DiCaprio könnte nach "The Revenant" einen weiteren Oscar als bester Hauptdarsteller gewinnen. Es ist seine siebte Oscar-Nominierung. Pitt ist zum vierten Mal als Schauspieler nominiert; er hat in der Sparte Nebendarsteller Chancen auf seinen ersten Schauspiel-Oscar.


Beste Nebendarstellerin: Kathy Bates ("Richard Jewell"), Laura Dern ("Marriage Story"), Scarlett Johansson ("Jojo Rabbit"), Florence Pugh ("Little Women"), Margot Robbie ("Bombshell")

Bester Nebendarsteller: Tom Hanks ("Der wunderbare Mr. Rogers"), Anthony Hopkins ("Die zwei Päpste"), Al Pacino ("The Irishman"), Joe Pesci ("The Irishman"), Brad Pitt ("Once Upon a Time in Hollywood")

Oscar für "beste Regie" machen Männer unter sich aus

Beste Regie: Erneut wurde keine Frau für den Regiepreis nominiert, sondern Martin Scorsese ("The Irishman"), Todd Phillips ("Joker"), Sam Mendes ("1917"), Quentin Tarantino ("Once Upon a Time in Hollywood") und Bong Joon Ho ("Parasite").

Dabei hätte es eine große Auswahl von Regisseurinnen gegeben. So übersah die männerlastige Filmakademie in der Regie-Sparte beispielsweise Greta Gerwig (36) und ihre von Kritikern gelobte Romanverfilmung "Little Women", die immerhin sechs Oscar-Nominierungen holte.


2010 hatte – 82 Jahre nach Einführung der Oscars – Kathryn Bigelow als erste und weiterhin einzige Frau den Regie-Oscar gewonnen für "Tödliches Kommando – The Hurt Locker".


Obama freut sich über Nominierung

Oscar für Obama? Der frühere US-Präsident Barack Obama hat Grund zur Freude: Der von seiner Produktionsfirma Higher Ground produzierte Dokumentarfilm "American Factory" ist für einen Oscar nominiert worden. Der einst mächtigste Politiker der Welt zeigte sich auf Twitter "glücklich" über die Nachricht. "Glückwünsche an die unglaublichen Filmmacher und das gesamte Team."


Obama hatte Higher Ground nach dem Ende seiner Amtszeit zusammen mit seiner Frau Michelle gegründet. In "American Factory" geht es um die Übernahme einer geschlossenen Autofabrik im Bundesstaat Ohio durch einen chinesischen Milliardär – und den folgenden Kulturschock. Es handle es sich "um die Art von Geschichten, die wir nicht oft genug sehen", schrieb der Ex-Präsident. "Genau das ist es, was Michelle und ich mit Higher Ground erreichen wollen."

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