Gründer der Band Insterburg & Co : Mit Blödel-Musik Kultstatus erreicht: Ingo Insterburg ist tot

Der Musiker und Sänger Ingo Insterburg in seinem Wohnzimmer.
Der Musiker und Sänger Ingo Insterburg in seinem Wohnzimmer.

Seine Band war Vorbild für Künstler wie Otto und Mike Krüger: Liedermacher Ingo Insterburg ist im Alter von 84 gestorben.

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29. Oktober 2018, 13:35 Uhr

Berlin | Der Liedermacher und Sänger Ingo Insterburg ("Ich liebte ein Mädchen") ist tot. Er starb nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren, wie sein langjähriger Musik-Manager Frank Nietsch am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Nietsch hat den Musiker nach eigenen Angaben bis zu dessen Tod am vergangenen Samstag in einem Berliner Hospiz begleitet. Er habe Insterburg im Sommer 1990 kennengelernt und sei seitdem an seiner Seite gewesen.

Kultstatus mit Blödel-Musik

Der Liedermacher hatte Ende der 1960er gemeinsam mit Comedian Karl Dall, dem Schauspieler Jürgen Barz und dem Autor Peter Ehlebracht die Band Insterburg & Co gegründet. Zu einem Zeitpunkt, zu dem es den Begriff Stand-up-Comedy in Deutschland noch nicht gab, erlangte die Band Kultstatus mit einem neuen Typ von Unterhaltung: Blödel-Musik und Parodien für den einfachen Humor. Damit war sie Vorbild für Künstler wie Otto und Mike Krüger.

Bekanntestes Lied der Band war das von Insterburg vorgetragene "Ich liebte ein Mädchen aus...". Noch heute parodieren unzählige Fans den Endlosreim in Youtube-Videos.

Oft werde der Name Insterburg auch mit dem Hit "Kreuzberger Nächte" in Verbindung gebracht, so Nietsch. "Das ist aber ein großer Irrtum." Der Ohrwurm stammt vielmehr von den Gebrüdern Blattschuss.


Gelegentlich wurden Insterburg & Co als "Blödelbarden" bezeichnet. Ingo habe damit nicht so viel anfangen können. Er habe sich eher als "Musik-Komödiant" gesehen und von "Blödeleien mit Musik" gesprochen, berichtete sein langjähriger Manager.

Eine WG mit Klaus Kinski

Mehr als 55 Jahre stand Insterburg auf der Bühne. In seiner WG in der Uhlandstraße im alten Berliner Westen lebte er Zimmer an Zimmer mit dem inzwischen gestorbenen Schauspieler Klaus Kinski. Dessen Brechtballaden begleitete er musikalisch als "Guitar-Ingo", wie Kinski ihn auf der Bühne ankündigte.

Ein "Musik-Tausendsassa" sei Insterburg gewesen, so Nietsch voller Bewunderung. Unter anderen habe er Gitarre, Geige, Querflöte und Saxofon beherrscht – manche gleichzeitig. Zudem baute er skurrile Instrumente: Eine Flöte aus einer Bürste, ein Saxofon aus einem Abwasser-Schlauch und ein Banjo aus einem Eimer. "Alles, was man zum Klingen bringen kann, das mach ich", habe er gesagt. Das habe ihm viel Bewunderung in seiner Branche eingebracht, so sein Manager. Vor allem sei Insterburg aber eines gewesen: "Ein hart arbeitender Mensch mit einem unglaublichen Musikgespür."

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