Golden Globes 2020 : "Großes Jahr für Pädophilie-Filme": Moderator Ricky Gervais schockt Publikum

Moderator Ricky Gervais kam mit Partnerin Jane Fallon zur Verleihung der Golden Globes 2020.
Moderator Ricky Gervais kam mit Partnerin Jane Fallon zur Verleihung der Golden Globes 2020.

Zu den Gewinnern bei den Golden Globes gehören "Once Upon a Time in Hollywood" und ein düsteres Kriegsdrama.

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06. Januar 2020, 06:54 Uhr

Los Angeles | Komiker Ricky Gervais (58) hat bei seiner fünften Moderation der Golden Globes am Sonntag in Los Angeles erneut mit vielen kontroversen Sprüchen durch den Abend geführt. "Es war ein großes Jahr für Pädophilie-Filme. 'Surviving R. Kelly', 'Leaving Neverland', 'The Two Popes'", sagte Gervais zu Beginn der Verleihung zu Filmen über R. Kelly, Michael Jackson und die Katholische Kirche. Als einige der Anwesenden darüber das Gesicht verzogen, sagte der Brite: "Haltet den Mund! Ist mir egal".

Sehen Sie hier die ganze Eröffnungsrede von Ricky Gervais im Video:


Zur Serie "Morning Show", die beim Streamingdienst Apple+ läuft, bemerkte Gervais: "Ein fantastisches Drama darüber, wie wichtig es ist, Würde zu bewahren und das Richtige zu tun – gemacht von einer Firma, die in China Sweatshops betreibt." Apple-Vorstandschef Tim Cook war ebenfalls im Saal und wahrte ein ruhiges Gesicht. Gervais ergänzte: "Die Unternehmen, für die ihr arbeitet: Apple, Amazon, Disney... Wenn ISIS einen eigenen Streamingdienst starten würde, würdet ihr euren Agenten anrufen."

Gervais für seine bissigen Moderationen berühmt

Der britische Komiker legte nach: "Ihr seid nicht in einer Position, in der ihr die Öffentlichkeit über irgendetwas belehren könntet. Ihr wisst nichts über die wahre Welt – die meisten von euch haben weniger Zeit in der Schule verbracht als Greta Thunberg."

Golden-Globe-Gewinner für 'Once Upon a Time...in Hollywood': Quentin Tarantino (l.), Brad Pitt (M.), Leonardo DiCaprio und Julia Butters.
AFP/Frederic J. Brown
Golden-Globe-Gewinner für "Once Upon a Time...in Hollywood": Quentin Tarantino (l.), Brad Pitt (M.), Leonardo DiCaprio und Julia Butters.


Gervais ist für seine bissigen Moderationen der von Hollywoods ausländischen Filmjournalisten ausgerichteten Gala berühmt. Er leitete am Sonntag den Abend ein mit: "Zum Glück kann die Hollywood Foreign Press Association kaum Englisch und sie haben keine Ahnung, was Twitter ist."

Die Gewinner der Golden Globes

  • Das Kriegsdrama "1917" von Regisseur Sam Mendes hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Der Brite Mendes drehte das Werk so, dass es aussieht, als sei es in einer einzigen Einstellung gefilmt – dafür nahm er auch den Preis für die beste Regie entgegen.
  • In der Komödien-Sparte siegte "Once Upon a Time in Hollywood" von Regisseur Quentin Tarantino. Der Film wurde noch mit zwei weiteren Preisen geehrt: Tarantino gewann für das beste Drehbuch, Brad Pitt als bester Nebendarsteller.
  • Die amerikanische Schauspielerin Renée Zellweger (50) holte den Golden Globe als beste Schauspielerin in dem Filmdrama "Judy" über die Schauspiel-Ikone und Sängerin Judy Garland.
  • In der Männerriege gewann der amerikanische Schauspieler Joaquin Phoenix (45) für seine Rolle in dem düsteren Thriller "Joker" den Globe als bester Drama-Darsteller.
  • Beste Hauptdarstellerin in der Sparte Komödie/Musical wurde die US-Komikerin und Musikerin Awkwafina für ihre Rolle in der Tragikomödie "The Farewell".
  • Gleich zwei Auszeichnungen gab es auch für "Rocketman" über das Leben des Sängers Elton John: Der Brite Taron Egerton gewann den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in der Sparte Komödie/Musical – und Elton John selbst wurde für den besten Filmsong geehrt.
  • Deutsche Kandidaten gab es diesmal nicht. Der Film "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt hatte es nicht unter die Nominierten in der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film" geschafft. Hier siegte der Südkoreaner Bong Joon Ho (50) mit seinem gefeierten sozialkritischen Thriller-Drama "Parasite".
  • Zwei Ehrenpreisträger standen vorab schon fest. Die US-Moderatorin Ellen DeGeneres erhielt den Carol-Burnett-Preis als Ehrung für besondere TV-Persönlichkeiten. Tom Hanks wurde mit dem Cecil B. DeMille Award für sein Lebenswerk gewürdigt.

Über die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse (HFPA) in 25 Film- und Fernsehkategorien entscheiden rund 90 internationale Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Bei den Oscars stimmen fast 9000 Filmschaffende ab. Die Academy Awards werden am 9. Februar vergeben.

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