Bekanntgabe in Hamburg : Das ist der deutsche Teilnehmer für den Eurovision Song Contest

600 Künstler waren bei der Auswahl dabei. Nun steht der Sieger fest. Foto: dpa/Jörg Carstensen
600 Künstler waren bei der Auswahl dabei. Nun steht der Sieger fest. Foto: dpa/Jörg Carstensen

Der NDR will endlich wieder punkten – und hat sich in diesem Jahr für ein anderes Auswahlverfahren entschieden..

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27. Februar 2020, 15:21 Uhr

Hamburg | Diesmal soll‘s der geballte Musikinstinkt von Zuschauern und Fachleuten richten: Zwei Jurys aus 120 Mitgliedern haben den diesjährigen deutschen Act für den ESC auserkoren. Sie schicken den Slowenen Ben Dolic nach Rotterdam, der es am 16. Mai beim Finale des European Song Contest besser machen soll als die meisten seiner Vorgänger seit Lenas Triumph 2010. Geht es nach ESC-Dauerkommentator Peter Urban, könnte das dem 22-jährigen allemal gelingen. „Wenn der Song nicht läuft, dann heiß’ ich Emil“, urteilte das NDR-Urgestein gestern bei der Vorstellung des Beitrags in der Hamburger Hafencity.

Song heißt "Violent Thing"

Dolic, dem TV-Publikum als Zweiter der ProSieben-Musikshow „The Voice of Germany“ bekannt, wird in Rotterdam den tanzbaren Titel „Violent Thing“ (gewaltsame Sache) singen. Zeitgemäß und mit dem nötigen Groove ausgestattet sei die Disconummer, schwärmte Urban, der sich freilich nicht auf einen Spitzenplatzierung festgelegen wollte. „Ob er es in die Topfive schafft, kann ich nicht sagen. Ich kenne ja die anderen Beiträge noch nicht.“ Der 71-Jährige wird den ESC 2020 gemeinsam mit Michael Schulte kommentieren, der 2018 für Deutschland Rang 4 holte.


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Ben, der als großes Vorbild Michael Jackson nennt, soll die Scharte aus dem Vorjahr auswetzen, als das Duo Sisters 25. unter 26 Teilnehmern wurde. Für den federführenden NDR Anlass genug, auf ein Zuschauervoting im Vorentscheid zu verzichten, nachdem auch in den Jahren zuvor die Trefferquote des nationalen Geschmacks meist zuverlässig die der anderen ESC-Länder verfehlte.

100 TV-Zuschauer bildeten die Jury

Der NDR setze diesmal auf ein anderes Auswahlverfahren, sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Die Jurys bestanden aus 100 TV-Zuschauern – die in einem Test internationale Musikvorlieben besonders gut einschätzen konnten – sowie aus 20 internationalen Musikexperten mit Erfahrung in ESC-Jurys diverser Länder. Gemeinsam gaben sie „mit großer Mehrheit“ Dolic und „Violent Thing“ den Zuschlag. 607 Künstlerinnen und Künstler sowie 568 Songs standen zur Auswahl.

Die Entscheidung fiel bereits am 12. Dezember vorigen Jahres. Dass es gelang, den Namen des Gewinners bis gestern unter der Decke zu halten, wertete nicht nur Barbara Schöneberger als kleine Sensation. Die Moderatorin – im schwarzen Neopren-Oberteil und gelbem Pumprock optisch schon auf ESC-Niveau – präsentierte Sänger und Song im TV-Spartensender One (21.30 Uhr).

"Für mich wird ein Traum wahr"

Der Song stammt vom österreichisch-bulgarischen Produzenten und Songwriter Boris Milanov. Und der weiß, wie ESC geht und der brachte schon vier Titel unter die Topten. Sieger Ben ließ den Ansturm Dutzender Journalisten und Fotografen in der Astor Kino-Lounge professionell, aber schüchtern über sich ergehen. „Sehr überrascht“ sei er gewesen, als ihm der NDR in London die Nachricht von seiner ESC-Mission überbrachte, sagte der schmächtige Wahl-Berliner. Und verkündete dann, was an so einem Tag jeder hören will: „ Für mich wird mit der Teilnahme am Eurovision Song Contest für Deutschland ein Traum wahr.“

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