Vorbereitung im Video : Banksy-Kunstwerk zerstört sich nach Auktion von selbst

'Girl with Balloon' ist eines der bekanntesten Motive von Banksy. Foto: imago/ITAR-TASS/Anton Vaganov
"Girl with Balloon" ist eines der bekanntesten Motive von Banksy. Foto: imago/ITAR-TASS/Anton Vaganov

Es ist noch nicht geklärt, ob der Käufer nun die 1,04 Millionen Pfund für das Werk bezahlen muss.

svz.de von
06. Oktober 2018, 19:59 Uhr

London | Der Hammer war gerade gefallen, da zerstörte sich das Werk von selbst: Bei einer Versteigerung im Londoner Auktionshaus Sotheby's war am Freitagabend auch ein Bild des weltbekannten Streetart-Künstlers Banksy im Angebot. Nachdem ein telefonisch zugeschalteten Bieter für die Rekordsumme von 1,04 Millionen Pfund (1,18 Millionen Euro) den Zuschlag für "Girl with Balloon" erhalten hatte, setzte sich ein in den Bilderrahmen integrierter Schredder in Gang und zerschnitt das Werk vor den Augen der Anwesenden. Das berichtet unter anderem der Guardian.

Wie Alex Branczik, Sotheby's Direktor für Zeitgenössische Kunst, anschließend erklärte, sei es das erste Mal gewesen, "dass sich ein Kunstwerk automatisch selbst geschreddert hat, nachdem es unter den Hammer gekommen ist".

Banksy kommentiert Aktion: "going, going, gone"

Auf seinem Instagram-Account teilte Banksy ein Bild der Aktion und kommentierte es mit den Worten "going, going, gone". Die englische Version von "Zum Ersten, Zum Zweiten, Zum Dritten – Verkauft" könnte auch mit "verschwunden" übersetzt werden.

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Going, going, gone...

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Der britische Streetart-Künstler, dessen bürgerlicher Name sowie wahre Identität weitestgehend geheim sind, ist dafür bekannt, mit den Mechanismen des Kunstmarkts zu spielen. Viele sehen die Reaktion auf seine Kunst auch als Teil des Gesamtwerks.

"Integraler Bestandteil des Kunstwerks"

Auch Branczik sagt, das Schreddern sei nun "integraler Bestandteil des Kunstwerks". Im Ausstellungskatalog sei schließlich darauf hingewiesen worden, dass das Bild im "Rahmen des Künstlers" verkauft werde. Nun könne man also argumentieren, "dass das Werk jetzt wertvoller ist als vorher". Doch ob der Käufer das auch so sieht, ist noch nicht geklärt – ebenso wie die Frage, ob er nun die 1,04 Millionen Pfund bezahlen muss.

Auf seinem Instagram-Account zeigte Banksy ein Video, das die Vorbereitung auf das "Schreddern" zeigt. Offensichtlich hatte der Künstler lange Zeit vor der Aktion auf eine Auktion spekuliert.

Vor fünf Jahren hatte Banksy mit einer anderen Aktion für Aufsehen gesorgt, mit der er wohl ebenfalls ein Statement zum inflationär teuren Kunstmarkt abgeben wollte: An einem unscheinbaren Straßenstand vor dem New Yorker Central Park verkaufte er einige seiner Werke zum Preis von jeweils 60 Dollar an Passanten. Insgesamt machte er an diesem Tag einen Umsatz von 420 Dollar.

Ob der Brite am Wochenende bei der Auktion dabei war, oder wie der Schredder-Mechanismus ausgelöst wurde, ist bislang nicht bekannt. Alex Branczik jedenfalls sagte, er habe von der Aktion vorher nichts gewusst.

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