Vorwürfe der Vergewaltigung : Anklage gegen Mann im Zentrum des Nobelpreis-Skandals

Gegen den Fotografen Jean-Claude Arnault im Zentrum des Skandals um die Schwedische Akademie, in dessen Folge die Literaturnobelpreisvergabe 2018 ausfällt, wird nun Anklage erhoben.
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Gegen den Fotografen Jean-Claude Arnault im Zentrum des Skandals um die Schwedische Akademie, in dessen Folge die Literaturnobelpreisvergabe 2018 ausfällt, wird nun Anklage erhoben.

Laut der Staatsanwaltschaft gibt es robuste Beweise, die die Belästigungsvorwürfe gegen Jean Claude Arnault untermauern.

svz.de von
12. Juni 2018, 20:10 Uhr

Stockholm | Gegen den Mann im Zentrum des Skandals um die Schwedische Akademie, in dessen Folge die Literaturnobelpreisvergabe 2018 ausfällt, wird nun Anklage erhoben. Wie die Staatsanwaltschaft in Stockholm mitteilte, wird der Mann eines Akademiemitglieds wegen Vergewaltigung angeklagt. Staatsanwältin Christina Voigt sagte am Dienstag, die Beweislage zu zwei Vorwürfen gegen den Franzosen Jean Claude Arnault sei robust. Gerichtsdokumenten zufolge ereigneten sich die Taten 2011. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

Die Schwedische Akademie wählt seit 1901 den Träger des Literaturnobelpreises aus. Ans Licht kam der Skandal im November. Mehrere Frauen hatten dem Mann von Akademiemitglied Katarina Frostenson sexuelle Belästigung vorgeworfen. Außerdem soll Frostenson über Fördergelder für den Kulturverein ihres Mannes mitentschieden haben.

Mehrere Rücktritte

Mehrere Jurymitglieder legten ihre Arbeit nieder aus Protest dagegen, wie die Akademie mit dem Skandal umging. Die Akademie verlor viel Vertrauen in der Öffentlichkeit. Aktuell sind nur noch zehn der einst 18 Mitglieder aktiv. Kürzlich wurden vier Rücktritte genehmigt, bislang sahen die Statuten eine lebenslange Mitgliedschaft vor.

Im Mai kündigte die Akademie an, dass in diesem Jahr kein Literaturnobelpreis vergeben werde. Die Jury verschob die Verleihung um ein Jahr auf 2019. Die Verleihung der anderen Nobelpreise ist nicht betroffen.

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