Die Prinzen im Interview : „25 Jahre auf Bewährung“

Die Prinzen im Look der 20-, 30er-Jahre
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Die Prinzen im Look der 20-, 30er-Jahre

Die Prinzen gehen auf große Jubiläumstour

svz.de von
05. März 2016, 16:00 Uhr

Gleich die ersten Singles rotierten wochenlang in den deutschen Charts. Wer „Gabi und Klaus“ oder „Millionär“ heute hört, beide Lieder erschienen 1991, erkennt mindestens die Melodie; manche können sogar mitsingen und alle wissen: Die Songs stammen von Die Prinzen. Seit einem Vierteljahrhundert machen die fünf Leipziger als Die Prinzen gemeinsame Sache und gehören zu den erfolgreichsten deutschen Bands. Unter dem Motto „25 Jahre auf Bewährung“ sind die Vokal-Popper mit Band derzeit auf Jubiläumstour. Thomas Joerdens sprach mit Bariton Henri Schmidt.

Einige von Ihnen singen seit Anfang der 1980er Jahre in gemeinsamen Bands. Die Prinzen gibt es seit 1991 unverändert in dieser Formation. Freuen Sie sich schon auf die nächsten 25 Jahre?

Henri Schmidt: Genau genommen sind wir sogar noch länger zusammen. Vier von uns waren früher im Thomanerchor. Der war unser erstes gemeinsames Ensemble. Daher müssten wir uns auf die nächsten 40 Jahre freuen. Das scheint aber nicht vollständig realistisch (lacht).
Ihre jüngste Studioplatte „Familienalbum“ erschien nach sieben Jahren Veröffentlichungspause. Waren das die ersten Ermüdungserscheinungen?
Wir haben uns bewusst viel Zeit gelassen. Glücklicherweise sind wir keine Newcomer, die dann andauernd gedrängelt werden, weil an jeglichem Verkauf noch 20 Leute mitverdienen. Prinzipiell spricht aber nichts dagegen, dass das nächste Album in einem kürzeren Abstand erscheint.

Sie haben die Jubiläumstour „25 Jahre auf Bewährung“ genannt. Sie zweifeln doch nicht etwa daran, dass Sie sich im deutschsprachigen Popzirkus bewährt sowie etabliert haben und sehr, sehr erfolgreich sind, oder?

Wir sind etabliert und erfolgreich, das stimmt. Aber man muss sich in unserem Beruf vor dem Publikum immer wieder neu bewähren. So empfinden wir das, und so ist die Überschrift gemeint.

Wird die Jubiläums-Show in Neubrandenburg ein „Best of“ oder auch ein Wunschkonzert für die Fans?

Kein Wunschkonzert, aber eine gute Mischung aus alten, mittelalten und neuen Songs. Und mit einem kräftigen Augenzwinkern in Richtung der 90er-Jahre. Glücklicherweise sind wir mit einigen Hits bestückt, so dass ein Prinzen-Konzert nie langweilig ist. Die Prinzen klangen seit der Gründung mal mehr nach Elektro, dann nach Pop und Rock mit Gitarren, oder Sie ließen sich von einem Orchester begleiten…und im vergangenen Jahr sind wir auch noch mit einem Chor aufgetreten.

Es sind jedenfalls immer mindestens Bass und Schlagzeug dabei. Warum machen Sie eigentlich nicht A cappella pur?

Als reine A-cappella-Band wären wir nicht mehr wirklich Die Prinzen. Da würde etwas fehlen.
Die Texte haben sich ebenfalls geändert.

Sie sind in den 90ern direkter und teilweise auch politisch geworden. Gab’s dafür jeweils Anlässe?

 Uns beschäftigen eben sehr viele Dinge. Und mit 48 sieht man die Welt nicht mehr mit den Augen eines 25-Jährigen. Von daher finde ich die Veränderung ganz normal. Trotzdem nutzen wir die Bühne für gute Unterhaltung, und die muss nicht zwanghaft immer lustig sein. Politische Statements erwarten die Leute aber von Politikern.


Welche musikalischen Pläne haben Die Prinzen? Mal auf Englisch singen oder nur Coverversionen spielen?

Über Coverversionen denken wir tatsächlich nach. Allerdings sind unsere Pläne momentan noch recht unkonkret. Jetzt steht erstmal die Tour komplett im Mittelpunkt. Inspirationen hat man ja immer, die werden dann auch konkreter. Für kommendes Jahr sind beispielsweise Konzerte mit dem Gewandhausorchester Leipzig geplant. 26 Jahre Die Prinzen kann also kommen.

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