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Fußball und Menschenrechte Kwasi Wriedt von Holstein Kiel im KiWi-Interview

Von Julius | 13.08.2022, 11:14 Uhr

Gesetze werden nicht eingehalten, Homosexualität ist verboten und Arbeiter bekommen ihren Lohn nicht ausgezahlt. Solche Verhältnisse herrschen in Katar. In diesem Land wird die Fußballweltmeisterschaft 2022 ausgetragen.

Kwasi Wriedt spielt für Holstein Kiel und im Nationalteam für sein Heimatland Ghana. Was er über die Weltmeisterschaft in Katar denkt, wollen wir KiWi-Reporter von ihm im Interview wissen.

Würden sie einen Boykott der WM für Fußballer unfair finden?

Wenn sich die Mehrheit der Fußballer zusammenschließen und für einen Boykott entscheiden würden, würde ich mich dann wohl anschließen. 

Wie stehen Sie zu den Menschenrechtsverletzungen in Katar?

Wenn die Arbeiter dort schlecht behandelt und zu unrecht verletzt werden, finde ich das natürlich nicht gut. Ich würde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass die Gastarbeiter besser behandelt werden.

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie gehört haben, dass die WM in Katar ausgetragen wird?

Auf die Vergabe des WM Standorts haben wir als Aktive leider keinen Einfluss. Ich glaube, dass es für einen Fußballer das Größte ist, bei so einem großen Turnier für sein Heimatland dabei zu sein. In dem Moment geht es dann nicht darum, wo es stattfindet.

Was wissen Sie denn überhaupt über die Situation in Katar ?

Ich weiß, dass da viele Probleme herrschen. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich mich damit bisher noch nicht intensiv auseinandergesetzt habe.

Wie könnte ein Fußballer denn überhaupt bei der WM ein Zeichen setzen?

In Form von Interviews könnte die große Bühne der WM genutzt werden, um den Leuten vor den Fernsehern die menschenrechtsverletzende Situation deutlich zu machen. In dem Moment haben wir Fußballer die Aufmerksamkeit und können den Menschen erzählen, was Katar passiert.

Was würden Sie als Gastarbeiter über die Fußballer denken?

Ich wäre wohl nicht wirklich sauer auf die Fußballer, sondern auf die hohen Vertreter der Verbände, die die Entscheidung über den Austragungsort getroffen haben. Da letztendlich die Personen nichts gegen die herrschenden Bedingungen unternehmen, sondern stattdessen die Situation ignorieren. 

Wie stehen Sie persönlich zur Kritik an der Fifa?

Ich finde es nachvollziehbar, dass der Blick auf die FIFA aufgrund solcher Entscheidungen sehr kritisch ist. Dadurch erscheint der Profi-Fußball in einem schlechten Licht. Und wir als Spieler sitzen mit in dem Boot. 

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