Ein Angebot des medienhaus nord

Experimentieren Tonya hat es ins Jugend-forscht-Finale geschafft

Von Stefanie Paul | 20.05.2022, 17:39 Uhr

Tonya Avemarg ist zum ersten Mal bei „Jugend forscht“ dabei. Nun steht sie sogar im Finale des Wettbewerbs. Im Kiwi-Interview erzählt die 15-Jährige, wie sie das geschafft hat. Und was ihr Projekt mit Miesmuscheln, Algen und Dreistachligen Stichlingen so spannend macht.

Wie kam es, dass du bei „Jugend forscht“ mitgemacht hast?

Tonya: Ich habe vor etwa zwei Jahren mit einem Projekt begonnen, nur so für mich, zum Spaß. Damals wäre ich nie auf die Idee gekommen, an irgendeinem Wettbewerb teilzunehmen. Vor einiger Zeit dachte ich dann, ich könnte mich doch bei „Jugend forscht“ bewerben und habe meine schriftliche Arbeit eingereicht. Und das hat geklappt.

Du stehst nun im Finale. Hättest du gedacht, dass du soweit kommst?

Tonya: Nein, ehrlich gesagt nicht. Das ist ja das erste Mal, dass ich hier mitmache, daher konnte ich das Ganze nicht so richtig einschätzen.

Was hat dir an dem Wettbewerb besonders gefallen?

Tonya: Eine der schönsten Sachen war, die anderen Teilnehmer kennenzulernen. Man konnte sich untereinander austauschen, und vor allem hat man sich gegenseitig wirklich zugehört. Das war toll! Ich selbst brenne wirklich sehr für mein Projekt. Und es war cool zu sehen, dass ich meine Begeisterung auch auf andere übertragen konnte. Natürlich lernt man auch echt viel. Zum Beispiel wie man ein Plakat gestaltet oder sein Projekt spannend vorstellt.

Wie liefen die Wettbewerbe ab? Bis vor Kurzem gab es ja noch viele Corona-Beschränkungen.

Tonya: Der Regional-Wettbewerb war noch online. Da musste ich meine Präsentation am Computer halten. Der Landeswettbewerb für Schleswig-Holstein war dann zwar in Präsenz, aber abgespeckt. Es durften zum Beispiel keine Zuschauer dabei sein, sondern nur die Juroren und die Jungforscher.

Algen, Miesmuscheln und Dreistachlige Stichlinge auf der Terrasse

In deinem Projekt geht es darum, wie nachhaltige Aquakulturen an Land funktionieren. In denen können dann beispielsweise Fische gezüchtet werden. Wie kamst du auf die Idee?

Tonya: Ich fand Aquakulturen schon immer spannend und habe mich damit ganz allgemein beschäftigt. Ich wohne ja an der Kieler Förde, nicht weit vom Meer. Ein dortiger Miesmuschel-Farmer hat mir in einem Interview von einer Form der nachhaltigen Aquakultur erzählt. Das fand ich sehr spannend. Zu Hause habe ich dann ein Aquarium aufgebaut. So fing das an. Ich habe einfach herumprobiert und so hat sich das immer weiter entwickelt.

Wie muss man sich das vorstellen? Steht bei dir zu Hause jetzt ein großer Wassertank mit Fischen drin?

Tonya: Ja, tatsächlich. Es stehen sogar drei Wassertanks hier auf der Terrasse. Die Tanks haben jeweils eine Größe von 90 Litern und sind mit Meerwasser gefüllt. In den Tanks halte ich Algen, Miesmuscheln, andere Ostsee-Organismen und Fische. Genauer gesagt: Dreistachlige Stichlinge. Das sind kleine Fische, die man in fast jedem Gewässer findet. Die Fische kommen auch bei uns hier in der Ostsee vor.

Was passiert in deinem Projekt genau?

Tonya: Ich messe jeden Tag verschiedene Sachen und dokumentiere unter anderem, wie viel ich gefüttert habe. Dabei nehme ich verschiedene Veränderungen an dem System vor. Ich packe zum Beispiel mehr Algen rein und schaue, wie sich das Ganze verändert. Ziel einer Aquakultur sollte sein, dass das Abwasser unbelastet ist. Jetzt muss man wissen, dass durch die Ausscheidungen der Fische Nitrat und Phosphat im Wasser gebildet werden. Das belastet das Wasser. Algen können diese Stoffe wie Dünger aufnehmen und verwerten. Ich habe herausgefunden, dass man wirklich richtig viele Algen hineingeben muss, um das auszugleichen.

Noch keine Kommentare