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Kindernews zum Anhören Ein Symbol der Freiheit

Von Ronny Stein | 30.09.2020, 18:00 Uhr

Serie Metropolen und ihre Wahrzeichen: Das Brandenburger Tor in Berlin.

Touristen können sich in der deutschen Hauptstadt auf viele Sehenswürdigkeit freuen. Das bekannteste Gebäude ist das Brandenburger Tor. Das Triumphtor war Ort vieler wichtiger historischer Ereignisse und gilt heute als das Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Wenn wir in diesem Jahr den 30. Jahrestag dieses Ereignisses feiern, dann denken wir an den Fall der Mauer, die Berlin teilte und die das Brandenburger Tor zur unpassierbaren Zone machte. Damit ist das Tor nicht nur das wichtigste Wahrzeichen Berlins, sondern auch Deutschlands.

Erbaut wurde das Brandenburger Tor ab 1789 auf Anweisung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. Er wollte mit dem Prunkbau als Herrscher wahrgenommen werden, der Preußen ein glückliches und goldenes Zeitalter gebracht hat, nachdem er eine Friedensvereinbarung zwischen Preußen, den Niederlanden und Großbritannien herbeigeführt hatte. Ganz in diesem Sinne hieß das Tor ursprünglich „Friedenstor“.

Sowohl von der äußeren Form als auch von der schmuckreichen Ausstattung erinnert das Tor an die Tempel auf der Akropolis in Athen. Damit wollte der König sein Volk beeindrucken und seiner Herrscherkraft zeigen. Ähnlich wie eine Theaterkulisse diente das Tor dazu, dem König bei einem Berlin-Besuch einen glanzvollen Auftritt zu garantieren.

Das säulengeschmückte Bauwerk ist 26 Meter hoch. In der Mitte wird es gekrönt von einer Quadriga, einem Viergespann. Die Quadriga stellt einen römischen Streitwagen dar, gezogen von vier Pferden. Darin thront die römische Siegesgöttin Victoria. Mit diesem Streitwagen sollte der Einzug des Friedens nach Berlin dargestellt werden, den Friedrich Wilhelm II. gesichert hatte.

Schauplatz kriegerischer Streitzüge

Doch immer wieder war das Brandenburger Tor Schauplatz kriegerischer Streitzüge. Nachdem Preußen 1806 den Krieg gegen Frankreich verloren hatte, zog der Kaiser Napoleon mit seinen Truppen durch das Brandenburger Tor nach Berlin ein. Er ordnete an, dass die Quadriga abgebaut und nach Paris gebracht werden sollte. Nach den Befreiungskriegen konnten die preußischen Soldaten 1814 die Quadriga zurückerobern. Sie wurde wieder auf das Tor verbracht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, der 1945 zu Ende ging, wurde Deutschland geteilt in die BRD und die DDR. Auch Berlin wurde in einen Ost- und einen Westteil getrennt. 1961 wurde die Berliner Mauer errichtet, und plötzlich stand das Brandenburger Tor im Sperrgebiet.

Es rückte dann in den Fokus der Weltöffentlichkeit, als 1989 die friedliche Revolution die DDR-Machthaber hinwegfegte. Die Mauer fiel, und tausende Menschen strömten in Berlin durch das Tor, das nun auch ein Symbol für Freiheit ist.