Ein Angebot des medienhaus nord

Gut für Umwelt Corona lässt Fahrrad-Branche boomen

Von Lennart Stock, Sophia Reddig/dpa und Anja Bölck | 16.09.2020, 15:45 Uhr

Sitzt du noch oder trittst du schon? Corona hat einen Trend bewirkt, der rollt und rollt

Cooles Rad! Neu? Seit Beginn der Corona-Krise gibt es einen Run auf Fahrräder. Die Umwelt freut sich. Kennst Du Leute, die sich wieder auf den Sattel schwingen? Oder hast du sogar selbst ein neues Rad bekommen? Gehörst Du zu den „Umsattlern“, die hier im Video zu sehen sind?

Fahrräder sind seit Beginn der Corona-Krise sehr beliebt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind viele Menschen, die sonst mit dem Bus oder der Bahn gefahren sind, aufs Fahrrad umgestiegen. Alleine an der frischen Luft ist nämlich das Risiko geringer, sich mit dem Coronavirus anzustecken.

Manchmal ist viel Geduld gefragt

Zum anderen sind viele im Urlaub nicht ins Ausland gefahren. Stattdessen wollten sie in Deutschland Fahrrad fahren.

Fahrradläden haben also viele Drahtesel verkauft, und die Werkstätten haben unzählige Reparatur-Aufträge bekommen. In manchen Werkstätten müssen Radfahrer sogar noch immer monatelang auf Termine warten. Es wollen einfach so viele Menschen gleichzeitig ihre Fahrräder reparieren lassen.

Und wie geht es weiter? Der Fahrradhandel in Deutschland ist optimistisch, dass die hohe Nachfrage nach Rädern, E-Bikes und Reparaturen  vorerst anhält und für gute Geschäfte bis Jahresende sorgen wird.

Pedalritter in Kopenhagen überall

Natürlich bringt der Fahrradboom auch einige Probleme mit sich. In vielen Städten gibt es zu wenige oder zu schlechte Radwege. Städteplaner haben nämlich lange auf das Auto gesetzt, obwohl das Fahrrad das ideale Fortbewegungsmittel in Städten ist. Andere Länder sind uns da schon gaaaanz weit vorausgeradelt. Zum Beispiel Dänemark. In Kopenhagen gehört die Stadt den Pedalrittern.

Doch auch bei uns satteln immer mehr junge Leute um. Das Auto hat scheinbar bei Heranwachsenden als Statussymbol ausgedient. Stattdessen haben sie das Rad neu entdeckt. Mittlerweile werden in Deutschland mehr Fahrräder im Jahr als Autos verkauft.

80 unterschiedliche Berufe dabei

Was oft fehlt in unseren Städten sind Fahrradständer. Die wenigen, dies gibt, sind meistens schon belegt. Das ist blöd, denn es sind viele Fahrraddiebe unterwegs. Höchste Zeit, dass neue Fahrradständer dazu kommen. In großen Städten wären auch solche Parkhäuser für Fahrräder wie hier auf dem Foto eine gute Sache.

Auf jeden Fall stärkt der Fahrradboom die Szene und bringt Umsatz in eine Branche, die aus 80 verschiedenen Berufen besteht. Ob Ausbildung, Duales Studium oder Quereinstieg, für Fahradfreaks gibt es reichlich Jobs, bei denen sich alles ums Rad dreht. Und die Zukunft sieht nicht erst seit Corona rosig aus.

Hier erfährst du mehr über Fahrradberufe.

Immer mehr wollen selbst schrauben

Beobachten lässt sich zunehmend der Wunsch vieler Radler, ihr Bike selbst zu reparieren. Selbermachen ist cool und spart Geld. Auf YouTube gibt es dazu viele Anleitungen.

Wie du deine Fahrradkette reinigst zeigen wir dir hier.