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Junge Zeitung

22. November 2017 | 16:15 Uhr

Schach : Zug um Zug zum Sieg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für Schach braucht man Geschick und Geduld: Einst war es das Spiel der Könige.

von
erstellt am 31.Mai.2015 | 17:32 Uhr

Die Regeln sind kompliziert, das Ziel ist einfach: Es gilt, den gegnerischen König „matt“ zu setzen. Die zwei Spieler haben dafür neben dem König und der Dame u.a. Türme, Springer und Bauern zur Verfügung. Das Schachspiel folgt heute genau festgelegten Regeln. Die Partie wird auf dem quadratischen Brett gespielt, das in acht mal acht abwechselnd schwarze und weiße Felder eingeteilt ist. Auf diesen werden jeweils 16 schwarze und weiße Schachfiguren gezogen, bis sie nach und nach besiegt werden. Das Spiel ist anspruchsvoll und macht Spaß. Es werden sogar Welt-meisterschaften ausgetragen. Aktuell ist der Norweger Magnus Carlsen der beste Schachspieler der Welt.

Schach beruht auf dem alten indischen Brettspiel „Caturanga“. Die Grundstellung entsprach den Figuren der Aufstellung der indischen Armee. Vor rund 1500 Jahren traten in Indien die Armeen mit allen Heeres-Gattungen in perfekter Schlachtordnung an, um ihren König zu verteidigen. Elefanten, Pferde, Wagen, laufende Boten, Generäle und Fußsoldaten hatten alle ihre festen Plätze. Es erforderte Konzentration und mathematisches Denken, um die Züge des Gegners vorauszusehen. Deswegen vermuten Forscher, dass dieses Spiel entwickelt wurde, um die Königssöhne in der strategischen Kriegsführung zu üben. Später gelangte es von Indien nach Persien, dem heutigen Iran. Die Perser nannten es „Schah“. Es bedeutet König, und gab dem Spiel seine Bezeichnung. „Matt“ bedeutet hilflos. Der Spieler, der den König des Gegners matt setzt, hat gewonnen. Im frühen Mittelalter brachten die Araber das Schachspiel im Zuge ihrer Eroberungen bis nach Spanien. Alsbald entwickelte sich Schach zum vergnüglichen Gesellschaftsspiel, das sich anfangs nur wohlhabende Adlige und Bürger leisten konnten.

Während die arabischen Spielfiguren in ihrer Form so gut wie unverändert blieben, haben sich die Spielregeln über die Jahrhundert verändert. Während der König in der Antike die Schlacht noch anführte, zog er sich im Mittelalter in eine sichere Position oberhalb des Schlachtfeldes zurück, von der aus er die Schlacht beobachtete und sein Heer befehligte. So wurde auch auf dem Spielbrett der König zu einer schutzbedürftigen Figur, der nur noch auf das nächste Feld ziehen konnte. Dagegen veränderte sich der Aktionsradius der anderen Figuren enorm. Durfte die Dame bei den Arabern im Mittelalter nur diagonal auf das nächste Feld bewegt werden, kann sie heute nach Belieben über alle Linien und Reihen eilen, bis sie auf einen Gegner trifft. Sie wurde damit zur stärksten Figur auf dem Schachbrett.

Weil die Figuren mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet sind, wird Schach zu einem raffinierten Strategiespiel. Es bietet mit seiner Vielzahl von Spielzügen ein großartiges Denkvergnügen. Weil es vom Grundsatz her einfach zu erlernen ist, ist es auch für Kinder gut geeignet. An vielen Schulen gibt es Arbeitsgemeinschaften für dieses lehrreiche Spiel.

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