Verkehr : Züge im Untergrund

Die erste U-Bahn-Strecke in Deutschland wurde1902 in Betrieb genommen. Die Bahn fuhr damals vor allem über der Erde.
Die erste U-Bahn-Strecke in Deutschland wurde1902 in Betrieb genommen. Die Bahn fuhr damals vor allem über der Erde.

Über und unter der Erde rauschen schon seit mehr als 100 Jahren Züge durch Berlin

svz.de von
02. November 2014, 16:35 Uhr

Täglich rattern ihre Züge unter den Straßen der Stadt Berlin. Und das nicht erst seit ein paar Jahren. Die Untergrund-Bahn von Berlin ist die älteste U-Bahn Deutschlands. Warum begann man überhaupt, sie zu bauen?

Schon vor über 100 Jahren quälten die Menschen sich durch die Hauptstadt. Zwar tuckerten noch nicht allzu viele Autos durch die Straßen. Dafür trabten dort Pferde, die Kutschen und Omnibusse zogen. Arbeiter schoben ihre Handwagen und Fußgänger strömten durch die Gassen. Dazu rumpelten elektrische Straßenbahnen durch die Stadt. Da mussten die Berliner sich etwas einfallen lassen.

Zwei Firmen sahen darin ihre Chance. Sie wetteiferten darum, eine Bahn-Strecke unterhalb der Straßen bauen zu dürfen. Doch Mitarbeiter der Stadt dachten: Es ist zu gefährlich, in den Berliner Untergrund Tunnel zu graben. Doch eine der beiden Firmen wollte beweisen, dass das doch funktioniert. Sie grub auf ihrem Firmen-Gelände einen Probetunnel und ließ darin auch Wagen fahren. Doch das nützte ihr erst einmal nicht viel. Denn die Stadt entschied: Die andere Firma soll eine Hochbahn bauen. Die Hochbahn sollte auf Stelzen ein paar Meter über den Gehwegen fahren. Im Jahr 1902 eröffnete man das erste Stück.

Das ist jetzt also mehr als 100 Jahre her. Die Strecke verlief zwar zu großen Teilen überirdisch. Am Ende tauchte sie aber unter die Erde ab.

Im Laufe der Zeit schuf man immer mehr Strecken und erweiterte das U-Bahn-Netz. Dafür rissen Bauarbeiter jahrelang eine Straße nach der anderen auf, um tiefe Tunnel zu graben. Das geschah zunächst alles in Handarbeit mit Schaufeln und Hacken. Bagger gab es damals noch keine.

Die Arbeiter stützten die Wände mit Pfeilern ab, verlegten Schienen für die Züge und bauten neue Straßen über die Tunnel. Nach und nach verbanden sich immer mehr Tunnel unter der Erde Berlins miteinander. „Klar waren diese Arbeiten teuer und mühselig“, erklärt ein Fachmann. Aber das hat sich gelohnt. Denn noch heute nutzen die Menschen die Bahn. Wer etwa in der Station Schlesisches Tor in die U1 steigt, fährt auf der ersten U-Bahn-Strecke Deutschlands.

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