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Märchen : Zu grausam für Kinder?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ursprünglich waren Märchen für Erwachsene gedacht / Sie spiegeln oft Ängste und Hoffnungen wider

svz.de von
erstellt am 16.Sep.2014 | 17:05 Uhr

„Es war einmal…“ – so fangen fast alle Märchen an. „Hänsel und Gretel“ oder „Rotkäppchen“ sind so bekannt wie der Name derer, die sie vor rund 200 Jahren in Deutschland gesammelt und aufgeschrieben haben: Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Geschichten, die sich die Erwachsenen zum Zeitvertreib oder während der abendlichen Handarbeit am Spinnrad erzählten, nicht in Vergessenheit geraten sind. Wer diese Märchen erfunden hat, ist unklar. Sie wurden immer wieder weiter erzählt und leicht verändert. Bis die Gebrüder Grimm sie aufgeschrieben haben.

Auch in anderen Ländern gab es so genannte Märchensammler, die die Geschichten aufschrieben, die sich die Menschen erzählten. Es gibt aber auch viele Märchen, deren Erfinder bekannt sind. In Deutschland waren im 19. Jahrhundert die Märchen von Wilhelm Hauff sehr beliebt. Ein weiterer berühmter Märchenerfinder ist der dänische Dichter und Schriftsteller Hans Christian Andersen. Auch er lebte im 19. Jahrhundert. Seine „Schneekönigin“ wurde später sogar verfilmt und wird noch heute häufig als Weihnachtsmärchen im Theater aufgeführt.

Berühmt sind auch die „Märchen aus 1001 Nacht“. Sie sind indischen Ursprungs. „Ali Baba und die 40 Räuber“ oder „Aladin und die Wunderlampe“ kennt fast jeder. Jedes Land hat seine eigenen Märchen. Sie sind ein Teil der Kultur und spiegeln oft die Ängste und Hoffnungen der Menschen wider.

Wann und wo genau die Handlung abläuft, spielt meist keine Rolle. In den Geschichten wimmelt es von Hexen, Feen, Zwergen, Drachen und anderen magischen Gestalten. Es geht oft ganz schön brutal zu. Die Hexe in „Hänsel und Gretel“ hält Kinder gefangen, will sie essen und muss dann selbst sterben, als Gretel sie in den Ofen stößt. Manche Erwachsene fragen sich deshalb, ob Märchen für Kinder überhaupt geeignet sind. Die Befürworter der Märchen meinen, dass die Grausamkeiten gar nicht so wichtig sind. Viel wichtiger sei es, dass im Kampf des Guten gegen das Böse immer das Gute siegt.

Märchen selbst zu lesen oder vorgelesen zu bekommen, ist eine tolle Sache. Bei Festen treten oft auch Märchenerzähler auf. Das sind Schauspieler, die Märchen so erzählen können, als wären sie selbst dabei gewesen. Oft schlüpfen sie auch in die Rolle einer Märchenfigur und treten in tollen Kostümen auf.


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