Adidas und Puma : Zwei große Marken – ein lebenslanger Streit

Die Brüder Adolf (l.) und Rudolf Dassler
Die Brüder Adolf (l.) und Rudolf Dassler

Die Liebe zum Sport vereinte sie: Doch alles fing mit Sportschuhen im bayrischen Herzogenaurach an.

svz.de von
29. Januar 2019, 15:05 Uhr

Die Brüder Adolf und Rudolf Dassler liebten beide den Sport, vor allem Rudolf, der ältere. Dagegen interessierte den jüngeren Bruder Adolf die Herstellung des Sportschuhes mehr. Ihr Vater hatte ein kleines Schuhgeschäft, das die Brüder in den 1920er-Jahren übernahmen.

Sportschuhe für Läufer und Fußballer

1924 folgte die Eintragung der Firma „Gebrüder Dassler Schuhfabrik“ ins örtliche Handelsregister. Rudolf war Geschäftsmann, Adolf Schuhmachermeister. Sie produzierten Sportschuhe für Läufer und für Fußballer, die erstmals mit Stollen versehen waren. Schon zu diesem Zeitpunkt gab es Differenzen zwischen den Brüdern. Den ersten großen Erfolg hatten sie bei den olympischen Spielen 1936 mit dem amerikanischen Sprinter Jesse Owens, der vier Goldmedaillen in ihren Schuhen gewann.

Panzerabwehrwaffe verschärft Konflikt

Adolf und Rudolf wurden 1933 aus wirtschaftlichen Gründen NSDAP-Mitglieder. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges produzierte Adolf die Panzerabwehrwaffe „Panzerschreck“, wofür auch französische Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Davon wusste Rudolf nichts, da er in den Krieg einbezogen wurde. Dies verschärfte den Konflikt. Rudolf warf Adolf vor, er hätte ihm nicht geholfen, das Kriegsgebiet zu verlassen, um wieder nach Hause zurückkehren zu können. Nicht nur im beruflichen Bereich, sondern auch im Privaten gab es Schwierigkeiten. Rudolf wurde nachgesagt, dass er ein intimes Verhältnis mit Adolfs Ehefrau Käthe hatte. Nach dem Krieg trennten sich die Brüder. Doch sie blieben in Herzogenaurach. 1948 gründete Rudolf die Firma Puma, ein Jahr später Adolf seine Firma Adidas. Sie stellten beide Sportschuhe für viele Sportarten her und waren die größten Rivalen in ihrer Branche. Bei der WM 1954 trug die deutsche Fußballnationalmannschaft Adidas-Schuhe.

Das Wunder von Bern

Der Sieg in der Schweiz ging als das Wunder von Bern in die Geschichte ein. Durch die Stollen an den Schuhen fanden die Spieler im Regen guten Halt – ein entscheidender Vorteil. So wurde das Adidas-Logo, die drei Streifen, weltbekannt.

Adidas war Marktführer und stellte Puma in den Schatten. Die Brüder stritten bis auf den Tod und ihre Söhne taten es ihnen nach. Erst 2006 beendeten die Mitarbeiter der Firmen den Streit mit einem freundschaftlichen Fußballspiel.

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