Reise in eine andere Welt : Spannende Erfahrungen sammeln

Achtklässler der Neumühler Schule erlebten den Alltag eines Blinden.
Achtklässler der Neumühler Schule erlebten den Alltag eines Blinden.

Achtklässler der Neumühler Schule machten eine Exkursion nach Hamburg.

svz.de von
25. März 2019, 12:00 Uhr

Vor einigen Tagen starteten die Klassen 8a und 8b zu einer Exkursion in die Hansestadt Hamburg. Zusammen mit ihren Lehrern Torsten Schröder und Svea Worm besuchten sie dort das Auswanderermuseum in Ballinstadt und die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“. Die Ausstellung befindet sich mitten in der Speicherstadt in völlig abgedunkelten Räumen. Dementsprechend bekommt der Gast hier keine Exponate, Kunst in Form von Bildern oder sonstige plastische Kunstwerke zu Gesicht.

Der Alltag eines Blinden

Wie sollte man diese auch ohne entsprechende Beleuchtung bewundern können? Den Besucher erwartet etwas ganz Besonderes, nämlich eine Reise in eine andere Welt. Eine Welt, in der Düfte, unterschiedliche Oberflächenstrukturen und Geräusche, aber auch Worte und Berührungen an die Stelle der optischen Reize treten. Man erlebt hier, wie sich der Alltag eines Blinden gestaltet. Es ist ein eigenartiges Gefühl, nichts sehen zu können, sondern nur zu fühlen und zu hören. Doch jede Besuchergruppe wird von einem Guide, der selbst blind ist, im Museums-Parcours herumgeführt. Der Parcours war so aufgebaut, dass die Schüler sich, nur ausgestattet mit einem Blindenstock, zuerst durch einen Park bewegten, wo sie zwei Brücken überqueren mussten.

Sogar Auto-Abgase waren zu riechen

Viel deutlicher als sonst nahmen sie das Plätschern des Wassers darunter wahr, spürten auch einen Hauch von frischer Luft. Danach ging es durch eine Stadt mit Autogeräuschen. Sogar Auto-Abgase waren zu riechen. Eine Herausforderung stellte das Einsteigen in ein Boot dar: Manch einer traute dabei seinen eigenen Händen und Füßen nicht mehr. Doch dann startete auch schon der laute V8-Motor, das Boot fuhr los und wurde immer schneller. Obwohl es sich nur um einen Simulator handelte, fühlte sich alles echt an. Man spürte den Wind und die Wassertropfen und das Schaukeln des Bootes auf den Wellen.

Ausstellung ist einen Besuch wert

Noch etwas schwankend betraten die Jugendlichen einen weiteren Ausstellungsraum. Dort konnten sie sich, natürlich auch in völliger Finsternis zu einer Bar vortasten. Lehrer Torsten Schröder schmunzelte: „Schwierig war es für diejenigen, die vor Aufregung links und rechts verwechselten und sich so erst um einige Tische und Bänke schlängelnd orientieren mussten, ehe sie sich etwas kaufen konnten.“ Danach standen die Schüler am Ausgang. „Da taten unsere Augen sehr weh, weil das Tageslicht ganz schön grell war“, fand Jannes. Die Ausstellung ist aber wirklich sehr empfehlenswert.

Das nächstes Ausflugsziel führte die Klassen ins Auswanderermuseum Ballinstadt, direkt an der Elbe. Im ersten Haus, dem so genannten „Hafen der Träume“ konnte man erfahren, wie Albert Ballin früher die Zufluchtsstätte für Millionen von europäischen Auswanderern erschuf und welche historische Bedeutung dieser Ort für die ganze Welt bekam. Im Haus zwei, der „Welt in Bewegung“, wird die Ein- und Auswanderungsgeschichte über vier Epochen hinweg dargestellt. Der dritte Ausstellungsteil mit dem Namen „Lebenssinn“ zeigt bewegende Lebensgeschichten der Auswanderer. Dort konnte man original alte Briefe, Fotos, Andenken und persönliche Erinnerungen der Auswanderer bestaunen. Diesen Exkursionstag empfanden die Achtklässler als etwas Besonderes.

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