Ausflug : Im Alltag eines Blinden

Auf welche Geräte Blinde im Alltag – wie den Blindenstock – angewiesen sind, erfuhren die Schüler beim Workshop.
Auf welche Geräte Blinde im Alltag – wie den Blindenstock – angewiesen sind, erfuhren die Schüler beim Workshop.

Besondere Erfahrungen machten die Achtklässler des Gymnasiums Gadebusch bei „Dialog im Dunklen“.

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28. Dezember 2017, 15:12 Uhr

Einen besonderen Ausflug erlebten die Klassen 8a und 8b des Gymnasiums Gadebusch am 5. Dezember. Gemeinsam fuhren sie zum „Dialog im Dunkeln“ nach Hamburg. Nach der Busfahrt waren wir schon ziemlich aufgeregt und nahmen erst an einem Workshop teil, bevor wir die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ durchliefen.

Im Workshop erklärte uns eine Frau, die selbst seit 20 Jahren blind ist, etwas über das Blindsein. Sie erzählte uns, welche Geräte sie selbst bzw. ein blinder Mensch im Alltag nutzt. Dazu gehört zum Beispiel ein Farberkennungsgerät, das, wenn man auf einen Knopf drückt, die Farbe ansagt. Oder auch eine sprechende Uhr oder der typische Blindenstock, mit dem man den Boden nach Hindernissen abtastet. Die Frau erzählte uns aber auch, dass nur etwa zwei Prozent der Blinden einen Blindenhund besitzen, weil es nicht genügend ausgebildete Hunde gibt. Außerdem kann ein Blindenhund bis zu 25 000 Euro kosten.

Uns wurden Brillen mit verschiedenen Prozentangaben gereicht und welche, die Augenkrankheiten simulieren. Wir probierten sie aus und versuchten, uns zu orientieren. Auch Bücher mit Blindenschrift wurden uns gegeben und wir sollten versuchen, einige Wörter zu finden, aber es war schon schwer nur einen Buchstaben zu ertasten.

Danach wartete der „Dialog im Dunkeln“ auf uns. Wir wurden zuerst in Gruppen eingeteilt, dann belehrt, worauf wir achten sollten und anschließend zu unserem Guide, einer stark sehbehinderten Frau, gebracht.

Als wir nichts mehr sehen konnten, mussten wir uns auf unsere anderen Sinne verlassen. Wir gingen durch verschiedene „Welten“, wie z.B. einen Wald, eine Küche, einen Marktplatz und eine Straße. In diesen „Welten“ mussten wir Hindernisse wie Brücken, Bäume, einen Herd, einen Mülleimer und Marktstände bewältigen, doch das größte Hindernis war, nichts sehen zu können.

In der letzten Station, der Dunkelbar, stellten wir unserem Guide fragen über sein alltägliches Leben. Als wir dann wieder draußen waren, haben wir gemerkt, wie schwierig es ist, sich als Blinder im Alltag zurechtfinden zu müssen.

Finja Siegel, Klasse 8b, Gymnasium Gadebusch


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