Kommentiert : Geflohen aus der Heimat

In der Schule lernen Flüchtlingskinder meist schnell Deutsch.
In der Schule lernen Flüchtlingskinder meist schnell Deutsch.

Die 13-jährige Lea schreibt, was sie darüber denkt, dass in letzter Zeit viele Flüchtlinge zu uns kommen.

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18. Januar 2016, 17:35 Uhr

Im letzten Jahr sind sehr viele Menschen aus ihren Heimatländern, darunter sehr viele Kinder – z.B. aus Afrika, aus dem Nahen und Mittleren Osten – vor Krieg, politischer Verfolgung und Armut geflohen. Bis sie hier angekommen sind, haben sie oft einen langen Leidensweg hinter sich. Sie waren teilweise monatelang unterwegs. Die Menschen haben ihr Hab und Gut zurückgelassen und viele haben nur das mitgenommen, was in eine Tüte oder den Rucksack passt.

Ich kann nur erahnen, was sie durchgemacht haben. Darum war ich schockiert, als ich im Fernsehen sah, wie eine Kamerafrau an der ungarischen Grenze einem Flüchtling mit Kind auf dem Arm ein Bein stellte und dieser stürzte. Das ist einfach nur herzlos.

Viele Flüchtlinge kamen nach Deutschland. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden bis Ende letzten Jahres in Deutschland über 470  000 Asylerstanträge gestellt, davon 18  651 in Mecklenburg-Vorpommern.

Hier in der Fremde sind viele ohne Hilfe verloren. Durch internationale Abkommen sind wir verpflichtet, Flüchtlingen zu helfen. Und dabei ist jeder von uns gefragt, auch ich. Deshalb habe ich Kleidung und Spielzeug gespendet.

Flüchtlinge sollen schnellstmöglich integriert werden. Dafür ist es wichtig, dass sie Deutsch sprechen und verstehen lernen. Die Kinder gehen in den Kindergarten. Und weil in Deutschland Schulpflicht besteht, auch in die Schule, sobald ein Asylantrag gestellt wurde.

Ich frage mich, wie das in der Praxis funktioniert, weil die Kinder ja kein Deutsch sprechen, da sie erst kurz hier sind, und wir kein Arabisch. Diese Situation ist für Schüler und Lehrer nicht einfach. In den Aufnahmelagern werden die Flüchtlinge von Freiwilligen unterrichtet. Nur reichen ein paar Stunden in der Woche meiner Meinung nach nicht aus, um dem Unterricht an unseren Schulen folgen zu können. Ihnen fehlen sämtliche Grundbegriffe – wie sollen sie denn das Unterrichtspensum schaffen? Wie sollen Lehrer absichern, dass sie allen ihren Schülern, dann also auch den Flüchtlingen, gleiche Chancen einräumen? Die Anzahl der Unterrichtsstunden und der Stoff bleiben gleich. Wie soll das bewältigt werden? Fragen, die mir niemand beantworten kann.

Viele von den Flüchtlingen müssen erst einmal lernen und akzeptieren, dass in Deutschland andere Regeln gelten als in ihrer Heimat.

Viele Deutsche stehen den Flüchtlingen skeptisch gegenüber und haben Angst, dass nicht nur die wirklich vom Krieg verfolgten hierher kommen, sondern auch Wirtschaftsflüchtlinge und sogar Islamisten. Wie wir täglich in den Medien hören und lesen, ist dies auch nicht ganz unbegründet. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass die Kontrollen an den Grenzen verstärkt werden.

Lea Grünewald, Klasse 8a, Gymnasium Gadebusch

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