Jugend-Theater in Parchim : Gechillt bei „Tschick”

Domsühler Siebtklässler sind begeistert von Jugend-Theaterstück im Parchimer Theater. Schauspieler standen Schülern Rede und Antwort.

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04. Dezember 2013, 17:28 Uhr

Im trüben November erlebten wir, die Kids der Klasse 7b der Eldetalschule Domsühl, eine Stunde im Landestheater Parchim, die wie im Flug verging. Schuld daran war „Tschick“. Ehe es uns ins Theater zog, erfuhren wir aus dem Buch das Wichtigste zur Handlung. Doch die schauspielerischen Leistungen von Carolin Bauer, Steffen Schlösser und David Kopp und das Bühnenbild – stellt Euch vor: nur alte abgewrackte Autoreifen! – haben unsere Erwartungen übertroffen. Konnten wir uns anfangs nicht vorstellen, nur Reifen als Kulisse zu sehen, störte es uns schon nach zwei Minuten nicht.

Tschick, eigentlich, Andrej Tschitscharow, ein Russe aus der Plattensiedlung, dessen Verwandtschaft irgendwo in der Walachei wohnt, kommt vor den Sommerferien neu in die Klasse. Als chaotischer Außenseiter überredet er Maik, den Langweiler der Klasse, mit einem geklauten Wagen eine Spritztour in die Walachei zu machen. Auf dieser Reise waren wir mit voller Begeisterung dabei, beinahe so, als würden wir mit den Jungs im Auto sitzen. Einfach genial, die Vorlage von Wolfgang Herrndorf, der Autor des gleichnamigen Jugendromans. Und super ist auch, was Angelika Zacek als Regisseurin für uns Jugendliche da auf die Beine gestellt hat!

Nach der Aufführung standen uns die Schauspieler Carolin Bauer und David Kopp Rede und Antwort zu ihrem Beruf und dem Stück. So erfuhren wir, dass Carolin ihren ersten großen Auftritt mit 15 Jahren hatte, ihr Schauspielstudium in Berlin absolvierte und sie wenig später im kleinen verschlafenen Parchim am Landestheater engagiert wurde.

Hier ist sie mit dem Herzen bei der Sache. Obwohl sie inzwischen mehrere wichtige Rollen gespielt hat, kennt sie noch immer das Gefühl des Lampenfiebers. Als wir sie fragten, was ihre größte berufliche Angst sei, gab sie zu, dass Verschlafen einer Vorstellung ihr schlimmster Fehltritt wäre... Der Beruf eines Schauspielers ist, wenn der Lohn stimmt, ein sehr schöner, aber man sollte unbedingt mit Leib und Seele dabei sein.

„Der größte Lohn eines Schauspielers ist der Applaus”, fügte Carolin lächelnd hinzu. Denn auf die Frage, ob man am Theater viel Geld verdient, erhielten wir ein nettes Schmunzeln. Am Parchimer Theater gehen täglich acht bis zehn Bewerbungen für eine Festanstellung ein. In Deutschland sind zur Zeit mehr Schauspieler arbeitslos als es Festangagierte gibt. Das hätten wir nicht gedacht, sieht doch vor der Bühne im Zuschauerraum oder im Film alles ziemlich problemlos aus.

Wenn Ihr ebenfalls einmal eine etwas andere Stunde erleben wollt, reserviert Tickets und fahrt nach Parchim. Nur dort lernt Ihr Tschick, Maik und Isa kennen und staunt über das rasante Hin und Her sowie die abgefahrenen Songs, mit denen die Typen auf Reisen sind! Unser Fazit: „Das Stück müsst Ihr unbedingt erleben– egal ob erst zwölf oder schon aus der Pubertät heraus – das Theaterstück Tschick steckt an!“



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