Eingewöhnung bei den Kuschelbärchen

Basteln bei den „Kuschelbärchen“
Basteln bei den „Kuschelbärchen“

Lucy beschreibt, wie Kinder in der Tagespflege ihrer Mutter ankommen

svz.de von
09. Januar 2018, 00:00 Uhr

Kinder in den ersten Lebensjahren können sich nicht nur an Eltern oder andere primäre Bezugspersonen binden, sondern sind auch in der Lage, zu mehreren Personen eine Beziehung aufzubauen. Mehrere Beziehungen stellen für Kinder eine Bereicherung dar, sofern die Beziehung zu den primären Bezugspersonen sicher und zugewandt ist. Diese Erkenntnisse sind besonders bedeutsam für die Begleitung in den Kindertageseinrichtungen. Bereits seit 17 Jahren besteht in Gadebusch die Kindertagespflege „Kuschelbärchen“ von Evelyn Müller (60) und Cindy Randel (36).

Sie berichten, dass heute Eingewöhnungen von großer Bedeutung sind. Wenn ein Kind das erste Mal in eine fremde Betreuung geht, kommen viele neue Eindrücke und emotionale Erfahrungen hinzu. Cindy Randel sagt, dass das Kind sich aus seiner vertrauten Beziehung mit seiner Bezugsperson lösen und sich an andere Personen und eine neue Umgebung gewöhnen muss. Bei den „Kuschelbärchen“ wird besonders auf das Bindungsbedürfnis des Kindes mit viel Feingefühl, Geduld und Fürsorge eingegangen, um somit eine gute Beziehung zum Kind aufbauen zu können. Weiter meint Randel, wenn das Kind eine andere Bezugsperson akzeptiert und sich dadurch sicher fühlt, kann es seinen Handlungs- und Erkundungsspielraum allmählich erweitern. Abrupte Trennungen sollten dabei vermieden werden, da sie dazu führen können, dass sich das Kind verlassen fühlt.

Bei den „Kuschelbärchen“ wenden sie deshalb das Berliner Eingewöhnungsmodell an. Dieses gibt eine Struktur auf, wie die Eingewöhnung funktionieren kann. Hierfür werden fünf Schritte vorgeschlagen: der erste Kontakt zwischen Eltern und Erzieherin bzw. Kind und Erzieherin, die dreitägige Grundphase, ein erster Trennungsversuch, die Stabilisierung und die Schlussphase. Das Modell gibt den Kindern und Eltern die nötige Zeit für eine positive Ablösephase und Eingewöhnung. Ein sicher gebundenes Kind teilt seine Bedürfnisse mit, nimmt leichter Kontakt zu anderen Kinder auf und löst seine Konflikte eher selbst.

Randel erklärt, dass eine positive Bindung für das Lernen von großer Bedeutung ist. Stabile und sichere Beziehungen sind das Fundament für ein gesundes Aufwachsen, einen erfüllten Lebensalltag und einen stets fortschreitenden Bildungsprozess bis ins hohe Alter.

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