Frankenstein : Ein Wesen, das im Labor entstand

Die Verfilmung von 1931 mit Boris Karloff als Frankensteins Monster und Mae Clarke als Braut stilisierte Shelleys Romanfigur zum Monster – und wurde zum Kassenschlager.
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Die Verfilmung von 1931 mit Boris Karloff als Frankensteins Monster und Mae Clarke als Braut stilisierte Shelleys Romanfigur zum Monster – und wurde zum Kassenschlager.

Vor rund 200 Jahren erfand die Autorin Mary Shelley die Geschichte von Frankenstein

svz.de von
02. Mai 2017, 08:00 Uhr

Vor rund 200 Jahren war der Sommer in ganz Europa sehr kalt und verregnet. Damals besuchte eine junge Frau mit Freunden die Schweiz. Sie hieß Mary Shelley und kam aus London in Großbritannien.

Wegen des schlechten Wetters konnten die Freunde nicht viel unternehmen. Sie blieben vor allem im Haus. Um sich die Zeit zu vertreiben, dachten sie sich unheimliche Geschichten aus. Mary Shelley erfand eine besonders gruselige Geschichte. Sie erzählte ihren Freunden von einem Wissenschaftler, der aus Leichenteilen ein Wesen erschafft und es zum Leben erweckt. Diese Geschichte ist bis heute bekannt: Mary Shelley hat Frankenstein erfunden. 1818, also vor rund 200 Jahren, erschien ihre Geschichte als Buch.

Wenn Menschen an Frankenstein denken, stellen sie sich oft ein böses Monster vor, dem Schrauben im Hals stecken. „Frankenstein ist in Wirklichkeit aber der Name des Wissenschaftlers. Das Wesen, das er erschaffen hat, hat gar keinen Namen“, sagt Stephanie Großmann. Sie kennt sich gut mit der Geschichte aus.

Der Wissenschaftler heißt Viktor Frankenstein. Er will in der Geschichte Leben erschaffen. Er besorgt sich Leichenteile, die er zusammennäht. Mit Hilfe von Strom gelingt es ihm, das Wesen zum Leben zu erwecken. Er erschrickt allerdings, weil er es so hässlich findet. Besonders sorgfältig hat er nämlich nicht gearbeitet. Niemand darf wissen, was er getan hat. Das Wesen sei zunächst gar nicht so böse, wie es später in vielen Filmen
gezeigt worden sei, sagt die Expertin. Es sehnt sich nach Anerkennung und lernt die menschliche Sprache.
Es bringt sich sogar Lesen und Schreiben bei und verliebt sich. „Es wird erst dadurch böse, dass es immer

zurückgewiesen wird“, erklärt die Fachfrau. Die Geschichte endet dramatisch: Das Wesen ist verzweifelt, weil es immer wieder abgewiesen wird und niemand es mag. Es wendet sich am Ende gegen seinen Schöpfer Frankenstein und tötet viele Menschen, die diesem nahestehen. Frankenstein macht sich nun selbst auf die Jagd nach ihm und stirbt dabei. Und das Wesen verbrennt sich danach aus Verzweiflung selbst. Was für eine gruselige Geschichte!

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