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Tiere und Natur : Die Rückkehr des Wolfes

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Helge Springer hat das Comeback von Isegrim unter die Lupe genommen und seine Gedanken dazu zu einem Kommentar zusammengefasst.

von
erstellt am 10.Jul.2017 | 00:00 Uhr

Am Ende des 18. Jahrhunderts war der Wolf in Deutschland so gut wie ausgestorben. Nach dem zweiten Weltkrieg wanderten immer wieder Wölfe ein. Im Jahr 2000 wurden die ersten Welpen in der Lausitz geboren. Seitdem verbreiten sich die Wölfe wieder. In fast allen Bundesländern wurden bereits Tiere gesichtet. In Mecklenburg-Vorpommern leben drei Rudel in der Lübtheener, Ueckermünder und der Kalißer Heide. Hinzu kommen noch einige Einzeltiere, die aufgrund ihrer Wanderbewegung schwer zu lokalisieren sind. In ganz Deutschland leben laut dem Nabu aktuell 70 Rudel und Paare.

Mit der zunehmenden Verbreitung werden die Probleme immer größer, denn ein Rudel benötigt pro Jahr circa 500 Paarhufer wie beispielsweise Rehe und Wildschweine aber auch Schafe als Nahrungsgrundlage. Insbesondere Landwirte und Jäger beklagen einen rapiden Anstieg von Übergriffen auf Nutz- und Wildtiere. Es gab sogar schon einige Attacken auf Hunde. Für Schafzüchter in der Nähe von Wolfsvorkommen sind die Schäden teilweise existenzbedrohend. MV versucht dies mithilfe eines Wolfsmanagementplans in den Griff zu bekommen. Dieser beinhaltet die Förderung zum Schutz vor Isegrim etwa durch wolfssichere Zäune für Nutztierhalter und Informationsveranstaltungen.

Ein zweiter Bestandteil ist die Forschung. Hierbei wird das Raum-Zeit-Verhalten von Wölfen durch die Telemetrie untersucht. Dabei werden Einzeltiere mit Sendern ausgestattet. Hierbei wurde beispielsweise festgestellt, dass der Wolf nicht immer im Rudel jagt, sondern oftmals als Einzeltier unterwegs ist.

Zur weiteren Unterstützung der Forschung werden vom Land folgerichtig Wolfsbetreuer eingesetzt, die möglichen Wolfssichtungen und Funden von gerissenen Tieren nachgehen. Denn nicht jeder gesichtete „Wolf“ ist auch einer. Insbesondere wolfsähnliche Hunderassen werden oftmals verwechselt und verzerren so das Bild.

Bieten diese Maßnahmen genug, um das Problem „Wolf“ zu kontrollieren? Den Landwirten und Jägern reicht diese Unterstützung nicht aus. Viele fordern einen direkten Eingriff in die Wolfspopulation.

Bei einer zu starken Steigerung der Population wäre es eine drastische aber wirksame Maßnahme. Passt der Wolf als Großraubtier in unsere urbane Welt? Für das Ökosystem ist es positiv, dass sich ausgestorbene Tiere wie der Wolf in Deutschland wieder ansiedeln.

In einem gewissen Maße kann so das natürliche Gleichgewicht wiederhergestellt werden. Eine gewisse Anzahl von Wölfen werden wir vertragen. Strittig ist, wie viele Wölfe unser Land besiedeln können. Durch einen jahrelangen Schutzstatus verliert der Wolf möglicherweise die natürliche Scheu vor uns. Spätestens, wenn ein Mensch zu Schaden kommt, wird man sich fragen müssen, wie es weitergeht. Verständlich ist daher, dass sich der Wolf nicht mehr wie früher ausbreiten kann. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Wolf (jetzt „Problemwolf“ genannt) einen Menschen angreift.

Obwohl der Wolf in der Europäischen Union streng geschützt ist, zeigt Schweden, wie man auch anders mit dem Problem umgehen kann. Seit 2010 werden jährlich einige Tiere zur Jagd freigegeben, um die Population konstant zu halten.

Für meine Begriffe, ist es bei dieser rapiden Zunahme der Wolfspopulation nötig, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, so wie es in Sachsen bereits erfolgte. Jedoch ist dies selbst in MV umstritten. Vor seiner Aufnahme in das Jagdrecht ist aber die Schadensersatzfrage zu klären. Zurzeit ist der Jagdausübungsberechtigte in Schadensfällen (nur durch die dem Jagdrecht unterliegenden Wildarten) gegenüber dem Geschädigten ersatzhaftpflichtig.

Das bedeutet, dass die zuständigen Jäger bei Schäden durch Wild dem Betroffenen seinen Schaden ersetzen müssen. Dieses Problem wäre sicherlich durch eine Gesetzesänderung lösbar.

Auch die Einrichtung von Schutzgebieten ist fraglich, da Wölfe großräumig jagen. Sie halten sich nicht an Grenzen und die Probleme werden bleiben.

Von: Helge Springer, Klasse 10b, Gymnasium Crivitz, „Am Sonnenberg“

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