Comics : Die Kultur der Manga bei uns

Die großen Kulleraugen sind das besondere Merkmal der japanischen Comic- und Zeichentrick-Figuren.
Die großen Kulleraugen sind das besondere Merkmal der japanischen Comic- und Zeichentrick-Figuren.

Der japanische Comicstil ist weltweit bekannt und beliebt. Besonders für den Stil sind die großen Augen der Helden.

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16. November 2017, 14:41 Uhr

Schon vor Jahrzehnten hat alles angefangen: Manga, der japanische Comicstil, der sich wie eine Welle über weite Teile der Welt ausgebreitet hat. Doch wer glaubte, dass es sich dabei nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt, der hat sich getäuscht. Das Gegenteil ist der Fall. Die Kunstform hat sich in einzelnen Ländern individuell weiterentwickelt und dabei immer wieder neue Ideen hervorgebracht.

Durch Manga inspiriert haben sich Jugendkulturen, wie zum Beispiel Cosplay, entwickelt. Auch in der Mode und dem Make-Up der heutigen Zeit spiegeln sich so manches Mal Manga-Elemente wider. Ebenso ist es aus dem Animationsfilmgenre nicht mehr wegzudenken. Selbst große Kunstmuseen haben das Thema inzwischen entdeckt und widmen bekannten Manga-Künstlern ganze Ausstellungen.

Doch was ist das jetzt genau? Der Begriff Manga stammt aus dem Japanischen und bezeichnet in Japan jegliche Art von Comics. Außerhalb Japans wird der Begriff für Comics aus Japan selbst oder Comics mit den typischen Stilmitteln verwendet. Denn Manga haben einen speziellen Stil, der sie von anderen, uns bekannten Comics abgrenzt. Zwar hat jeder Mangaka, so werden die Schöpfer und Zeichner der Manga genannt, seine eigenen Mittel und Arten zu zeichnen, doch in wesentlichen Merkmalen unterscheiden sie sich nur gering.

So werden nur wenige Striche für die Umrisse und das Gesicht einer Figur benötigt und die Proportionen unterscheiden sich deutlich von der Anatomie eines normalen Menschens. Die Beine, Arme und Finger sind sehr viel länger, häufig haben die Charaktere einen schlanken Körperbau, sind dafür aber größer als normal, das gilt insbesondere für männliche Charaktere. Schattierungen sind oft hart und klar definiert, nur in einigen besonderen Bildern, wie dem Cover des Manga, sind sie verwischt und wirken natürlicher. Ganz besonders für den Stil sind jedoch die Gesichter, welche oft eher länglich und scharf konturiert sind. Meist stehen die Augen im Vordergrund und Nase und Mund sind mit nur wenig Strichen gezeichnet.

Manga sind hauptsächlich in schwarz-weiß gehalten und werden traditionell im japanischen Stil von „hinten“ nach „vorne“ und von „rechts“ nach „links“ gelesen. Sie haben ein weit gefächertes Feld an Genres, von Romantik über Fantasy und Science-Fiction bis hin zu Sport oder sogar Kochen. Oftmals vermischen sich auch mehrere Genres in einem Comic.

Doch wie verbreitete sich diese Comic-Art nun bei uns? Ausschlaggebend waren dafür zu einem großen Teil die Animes, die filmische Form der Manga, welche auch hier in Deutschland noch vor ihren Vorlagen Fuß fassten. Der wahrhafte Durchbruch gelang dann Ende 1966 mit der Serie „Dragonball“, welche sowohl als Manga, als auch als Anime erschien und viele Fans gewann. Diese wandten sich schnell auch anderen Reihen und Serien zu. So festigte sich der Markt.

Heute ist er fest etabliert und erfreut sich einer großen Fangemeinde. Allein die größten Manga-Verlage, wie Carlsen Manga, Egmont Manga, Tokyopop, Planet Manga und Kazé bringen über 800 Bände pro Jahr heraus. Die hierzulande wohl bekanntesten und erfolgreichsten Manga-Reihen sind unter anderem „Dragonball“, „One Piece“, „Detektiv Conan“, „Tokyo Ghoul“.

Von Elena Reck-Jahn,

Gymnasium Crivitz, „Am Sonnenberg“


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