Umwelt : Das Kleingedruckte landet im Meer

Mikroplastik-Teilchen aus dem Wasser
Mikroplastik-Teilchen aus dem Wasser

Mikoplastik versteckt sich Duschgel oder Peeling. Mit dem Abwasser gelangen die winzigen Partikel in die Umwelt.

svz.de von
29. Januar 2018, 09:58 Uhr

Mikroplastik versteckt sich in Kosmetikartikeln wie Duschgel oder Peeling, darum gilt es, beim Einkauf auf das Kleingedruckte zu achten.

Als Mikroplastik werden Kunststoffe bezeichnet, welche kleiner als fünf Millimeter sind. Es gibt auch flüssiges Mikroplastik. Sie ist mit bloßem Auge schwer bis gar nicht zu erkennen. Das meiste Mikroplastik entsteht durch Plastikmüll. Sonnenstrahlen, Wind und Wasser zersetzen den Müll in Millionen winzige Teile. Aber auch der Abrieb von Autoreifen, Synthetikkleidung und Kosmetika verursachen Mikroplastik.

Die Miniteilchen gelangen unter anderem über das Abwasser in unsere Umwelt. Aus dieser lassen sie sich nicht mehr entfernen, da die Filter in den Klärwerken dagegen machtlos sind. Umrüstungen sind vorgesehen, so kommen auf den Verbraucher erhöhte Kosten zu. Die wenigsten Leute wissen, wie viel Plastik sie mit ihren Kosmetikprodukten kaufen. Und zwar nicht mit der Verpackung – sondern in den Shampoos, Lotionen, Reinigungsgels und Lippenstiften selbst. Die winzigen Plastikpartikel sorgen beispielsweise in Peeling als Schleifmittel für reine und glatte Haut. Hier gilt es, auf das Kleingedruckte zu achten. Auf der Internetseite des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) gibt es den Einkaufsratgeber Mikroplastik. Alternativen sind Apps, welche die genauen Inhaltsstoffe beim Einscannen des Barcodes anzeigen.

Das über das Abwasser in die Umwelt gelangende Mikroplastik reichert sich über die Nahrungskette auch im menschlichen Körper an. Da Mikroplastik Umweltgifte anzieht, kann es Hormonstörungen, Unfruchtbarkeit, Allergien oder Krebs verursachen. Allerdings gibt es noch zu wenige aussagekräftige Studien, wie sich Plastik langfristig auf die menschliche Gesundheit auswirkt.

Für den Verbraucher lohnt sich die Umstellung auf mikroplastikfreie Produkte nicht nur gesundheitlich, auch der Geldbeutel kann davon profitieren.



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