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Zisch - Zeitung in der Schule : Bischöfe dürfen den Papst treffen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Den ganzen Tag beten und in der Kirche predigen? So stellt man sich den Alltag von Bischöfen vor. Doch die haben noch mehr zu tun.

Sie tragen häufig festliche Gewänder und besondere Kopfbedeckungen: Bischöfe. Was die den ganzen Tag so treiben, hat Stefan Oster im Interview erzählt. Der 51-Jährige ist Bischof von Passau in Bayern.

Was macht eigentlich ein Bischof?
Stefan Oster: „Am häufigsten muss ich das Evangelium verkünden, also die Geschichten von Jesus predigen, und den Leuten helfen, die Geschichten zu verstehen. Ich besuche auch Gemeinden, um zu sehen, wie das Leben der Menschen in der Kirche in meinem Bistum so läuft.“
Was ist denn ein Bistum? „Ich bin quasi der Oberpfarrer von einem größeren Gebiet mit vielen Pfarreien. Und dieses Gebiet nennt man Bistum. In Deutschland gibt es 27 Bistümer, wo ein Bischof an der Spitze steht.“ Verbringt ein Bischof den ganzen Tag in der Kirche? „Ich bin oft in der Kirche, aber auch im Büro. Man spricht mit vielen Leuten, hat aber auch viele Sitzungen. Dort bespreche ich dann mit anderen Menschen, was gerade wichtig ist, was ansteht und welche Aufgaben wir lösen müssen.“
Lernt eigentlich jeder Bischof auch mal das Oberhaupt der katholischen Kirche kennen?Den Papst? „Ja, das ist sogar eine Art Pflicht. Wir Bischöfe müssen alle paar Jahre zusammen nach Rom zum Papst fahren, um mit ihm zu sprechen. Dabei geht es um die Lage der Kirche in Deutschland.“
Sie werden Jugendbischof genannt. Was bedeutet das?
„Wir haben in Deutschland nicht nur Bistümer, sondern auch Aufgaben, auf die wir uns spezialisieren können. Es gibt eine Arbeitsgruppe von Bischöfen, die sich besonders um Fragen für Kinder und Jugendliche kümmert. Wie zum Beispiel das Evangelium am besten jungen Menschen verkündet werden kann. Ich bin der Chef der Arbeitsgruppe und werde deshalb auch Jugendbischof genannt.“
Die Kirche hat große Nachwuchsprobleme: Wie sollen Kinder und Jugendliche für den Glauben begeistert werden?
„So ein Bischof oder viele Erwachsene alleine werden nicht automatisch zum Vorbild für Kinder und Jugendliche. Wir müssen einzelne junge Leute begeistern, damit sie diese Freude am Glauben weitergeben können. In der Regel helfen junge Menschen am besten anderen jungen Leuten in den Glauben.“
Als Bischof dürfen Sie selbst nicht heiraten und eine Familie gründen. Ist das nicht doof?
„Wir sind nicht einfach unverheiratet, weil wir nicht dürfen. Wir haben uns ja freiwillig dafür entschieden als Priester, als Bischöfe so zu leben. Das gelingt nur, wenn man intensiv mit Gott lebt – im Gebet. Das macht auch froh. Aber es ist auch ein Kampf, diese Freude muss man sich immer wieder neu erkämpfen. Lässt man das schleifen, kommt nach und nach die Unzufriedenheit – und vielleicht auch die Einsamkeit.“
Kann ein Bischof einfach kündigen?
„Das geht nicht so leicht. Normalerweise erfüllt man seinen Dienst bis zum Alter von 75 Jahren. Dann wird der Rücktritt beim Papst eingereicht und ein anderer übernimmt.“

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erstellt am 17.Apr.2017 | 16:16 Uhr

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