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Crivitz : Artikel 13 und Social Media

Der Artikel 13 hat Auswirkungen auf Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram.
Der Artikel 13 hat Auswirkungen auf Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram.

Durch die beschlossene Reform des Urheberrechts wird sich auch bei Facebook, Instagram und Co. einiges ändern.

svz.de von
30. April 2019, 13:00 Uhr

Crivitz | Instagram, YouTube, Facebook und Co. sind heutzutage sehr beliebt. Fast jeder besitzt mindestens eine dieser Apps auf seinem Smartphone. Aber was steckt hinter diesen Social-Media-Plattformen? Auf Instagram und YouTube sind sogenannte „Influencer“ (übersetzt: Beeinflusser) zu finden, die oft mehr als hunderttausend Abonnenten haben. Das sind Menschen, die ihnen folgen und sich von den Influencern, zum Beispiel in Mode, Kosmetik, Musik oder anderen Dingen inspirieren lassen, auch durch Videos, wie zum Beispiel durch Comedy- und Schminkvideos oder auch durch ernstere Themen.

Vom Stress befreien

Die Nutzer schauen die Posts, um sich vom Stress, der sie belastet, wenn auch nur für einen kurzen Moment befreien zu können oder sich einfach durch den Humor der Menschen zum Lachen bringen zu lassen.

Doch seit einiger Zeit wurde von den Politikern der EU ein Artikel hervorgerufen, der den Datenschutz verbessern soll. Jedoch werden dadurch alle Social-Media-Plattformen sehr verändert. Das Internet protestierte gegen einen Upload-Filter und den Artikel 13. Doch was genau hat es mit diesem EU-Entwurf überhaupt auf sich?

Richtlinien sollen Künstler schützen

Die Europäische Union hat beschlossen, an den Richtlinien vom Urheberrecht zu arbeiten. Das soll beispielsweise Künstler schützen, damit die Musik nicht ohne ihren Willen verbreitet werden darf. Dazu gehört ebenfalls der Artikel 13. Laut diesem Artikel sollen Plattformen dafür haften, wenn Nutzer etwas hochladen, das nicht den Richtlinien entspricht.

Inhalte müssen vor dem Upload geprüft werden

Für Plattformen wie YouTube, Instagram, Facebook und Co. bedeutet dies als Konsequenz, dass Inhalte schon, bevor sie hochgeladen werden, geprüft werden müssen, um derartige Schadensfälle möglichst auszuschließen. Das wäre bei der Menge an Bildern, Videos und anderen Posts für die Nutzer nicht einfach umzusetzen.

Oft sind Upload-Filter die einzige Möglichkeit, dem Artikel 13 gerecht zu werden. Dennoch wird nicht ganz erläutert, dass in diesem Artikel Upload-Filter vorgeschrieben sind. Während dies für Plattformen wie YouTube, wo beispielsweise so ein Filter bereits existiert, kompliziert aber machbar ist, sind es vor allem kleine Webseitenbetreiber, die unter derartigen Filtern vermutlich leiden würden. Die technische Umsetzung von Upload-Filtern bringt des Weiteren – nun nach Artikel 13 erforderlich – die Gefahr der Zensur mit sich.

Viele Demonstrationen gegen den Artikel 13

Es gab bereits viele Demonstrationen gegen den Artikel 13. Gut recherchierte Videos und der Hashtag „#SaverYourInternet“ gehen beispielsweise vom Let’s-Play-Kanal des YouTubers Piet Smiet aus.

Die Reform des EU-Urheberrechts ist endgültig beschlossen. In der letzten Abstimmung zu diesem Gesetz stimmten die EU-Staaten dem Vorhaben am 15. April mehrheitlich zu. Auch die deutsche Bundesregierung votierte mit Ja. Damit ist der Weg für die Reform nun frei. Zuvor hatte bereits das Europarlament zugestimmt. Die EU-Länder haben nun rund zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzusetzen. Hätte Deutschland sich enthalten oder dagegen gestimmt, wäre keine ausreichende Mehrheit zustande gekommen.


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