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Zisch : Zweikampf um das Rathaus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Interview sprechen Bürgermeister Fred Fischer und Herausforderin Annett Jura über ihre Motive und Ziele.

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2017 | 16:21 Uhr

Am 18. Januar wählen die Perleberger einen neuen Bürgermeister. Amtsinhaber Fred Fischer und Herausforderin Annett Jura treten gegeneinander an. Mit den beiden Kandidaten sprachen Hauke Friehs und Joshua Preetz, beide Klasse 8.2, Gottfried-Arnold-Gymnasium Perleberg.

Was fasziniert Sie so an diesem Beruf?
Fred Fischer: Ich bin nun seit acht Jahren Bürgermeister der Stadt Perleberg. Mitzuplanen und mitzuentscheiden, dass unsere Stadt eine positive Entwicklung nimmt, ist schon etwas Faszinierendes. Das gemeinsame Festhalten und Erleben der Erfolge in verschiedenen Projekten und realisierten Vorhaben ist etwas Schönes, wenn man Anteil daran hat. Mitgestalten und Verantwortung wahrnehmen und durch den Erfolg Bestätigung zu bekommen, ist Motivation für die Zukunft.

Annett Jura: Das Faszinierende an diesem Beruf ist, dass man in seiner Heimatstadt die Stadt gemeinsam verändern kann und dass man ganz nah an der Gestaltung mit dran ist und auch, dass man aktiv mit den Bürgern und Bürgerinnen zusammenarbeiten kann.
Wie kommen Sie darauf Bürgermeister zu werden?
Fred Fischer: Ich wurde damals gefragt, weil man meinte, ich bin ein geeigneter Kandidat. Mit einer betriebswirtschaftlichen und juristischen Ausbildung sowie 30 Jahre Erfahrung in Personalführung und –entwicklung verfüge ich über sehr gute Voraussetzungen für das Bürgermeisteramt. Meine Ziele überzeugten auch die Wähler und motivieren mich für eine weitere Wahlperiode.

Annett Jura: Die Entscheidung, sich als Bürgermeister aufstellen zu lassen, ist bei mir in den letzten drei Jahren gereift, denn da wurde ich das erste Mal gefragt, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte. Und durch meine Arbeit als Koordinatorin des Regionalen Wachstumskerns konnte ich mir die Arbeit eines Bürgermeisters anschauen.
Was werden Sie in Perleberg noch verändern?
Fred Fischer: In Perleberg gibt es noch viele Ideen und Notwendigkeiten zu verändern, zu sanieren oder auch neuzugestalten. Im Städtebau und der Stadtentwicklung ist das in einem Plan des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes niedergeschrieben und als Grundlage bis zum Jahr 2020 beschlossen, wie z. B. die Gestaltung der Innenstadt und die Entwicklung des Großen Marktes.

Aber auch der Einzelhandel und die Wirtschaft sind den Notwendigkeiten immer wieder anzupassen. Projekte und Vereinsarbeit sind eine wichtige Grundlage für die Motivation unserer Einwohner. Ein Projekt z. B. ist die Entwicklung unseres Flugplatzgeländes als ein auf Natur, Sport, Freizeit und Tourismus ausgeprägtes Gebiet für Jung und Alt.

Annett Jura: Ein Punkt, der mir sehr wichtig ist, ist, dass wir als erstes ein gutes Arbeitsklima zwischen Stadtverwaltung und Stadtparlament hinkriegen und dass wir eine gute Abstimmung haben, was wir in der Stadt verändern wollen.
Können Sie sich vorstellen etwas anderes als Politiker zu sein?
Fred Fischer: Ja, natürlich. Bevor ich Bürgermeister wurde, habe ich als Geschäftsführer in der Wirtschaft, als Rechtsberater der Verbraucherzentrale und als Unternehmensberater erfolgreich gearbeitet. Meine Erfahrungen auf dem Gebiet Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sind umfangreich und langjährig sowie auch meine Abschlüsse im pädagogischen und sozialen Bereich. Gern bliebe ich aber weiterhin Bürgermeister der Stadt Perleberg.

Frau Jura, falls Sie die Wahl verlieren werden Sie beruflich was machen?

Annett Jura: Dann werde ich meine Arbeiten als Koordinatorin des Regionalen Wachstumskerns und als Leiterin des Technologiezentrums in Wittenberge weiterführen.

Wie wollen Sie verhindern, dass immer mehr junge Menschen aus Perleberg abwandern?
Fred Fischer: Derzeit haben wir mehr Zuzug als Wegzug. Wir versuchen, unsere jungen Menschen zu halten und zurückzuholen. Das gelingt uns immer besser, da wir eine familienfreundliche Region sind mit bezahlbaren Wohnkosten, regionalen Angeboten in Kultur- und Daseinsvorsorge sowie Vorteile der Sicherheit und Ordnung bieten.

Natürlich zieht es junge Menschen in die Hochschul- und Universitätsstandorte, jedoch setze ich mich gemeinsam mit der Wirtschaft für die Wiedergewinnung junger Prignitzer ein, wenn sie ihr Studium beendet haben und gestalten eine Empfangs- und Willkommenskultur.

Annett Jura: Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Zum einen, dass wir genau hinhören, was sich die Jugend wünscht und zum anderen, dass wir uns bewusst sein müssen, dass unsere Kinder nur eine bestimmte Zeit hier zur Schule gehen und wir den Übergang Schule-Wirtschaft hier in der Prignitz gut organisieren.

Danke für die Gespräche.


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