Musiktalent: Wie der Vater, so der Sohn

Haben Beim Trompetenunterricht immer viel Spaß:  Marcel Schmeichel (l.) und Musiklehrer  Heiko Leu.Foto: Privat
Haben Beim Trompetenunterricht immer viel Spaß: Marcel Schmeichel (l.) und Musiklehrer Heiko Leu.Foto: Privat

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07. Mai 2013, 06:49 Uhr

Wittenberge | Ich bin Marcel Schmeichel, spiele seit vier Jahren Flügelhorn und und möchte meinen Weg zur Musik vorstellen. Bereits in jungen Jahren zeigte ich Begeisterung an der Musik. Falk Schmeichel, mein Vater, spielte schon damals in zwei Kapellen: den "Prignitzern" und bei den "Löcknitztaler Musikanten". Er spielt Tenorhorn und Flügelhorn. Ich begleitete ihn begeistert auf vielen seiner Auftritte, wo ich während der Pausen auf die Bühne lief, um alle Musikanten zu begrüßen.

Als ich mit zehn Jahren das erste Mal mein Wunschinstrument in meinen Händen hielt (ein Flügelhorn, ähnlich einer Trompete), wusste ich, dass die Musik anderen und mir viel Freude bereiten wird. Mit Fleiß wagte ich mich zu den ersten Übungen auf dem Flügelhorn: die C-Dur Tonleiter. Das war der Beginn meines musikalischen Lernweges.

Zuerst lehrte Papa mich die Grundlagen und erklärte mir einige grundsätzliche Dinge. Darauf meldete er mich an der Kreismusikschule in Wittenberge an. Als ich zum ersten Mal diese Einrichtung betrat und meinem zukünftigen Trompetenlehrer Heiko Leu gegenüber stand, war ich sehr nervös. Doch schließlich bekam ich einen sehr guten Eindruck und war mir sicher: Das ist mein Ding! Seitdem gehe ich wöchentlich leidenschaftlich und stets mit viel Begeisterung in den Trompetenunterricht. Herr Leu ist der beste und coolste Lehrer, den ich mir hätte wünschen können! Zusammen haben wir immer viel Spaß.

Am Heiligen Abend

Mein Vater führt seit 10 Jahren eine Tradition: Jeden Heiligen Abend bereitet er weihnachtliche Freude mit seiner Musik für Nachbarn und Passanten in der Professor-Hilgenfeldt-Straße. Doch schon vor drei Jahren bekam er Verstärkung: mich.

An dem Abend zitterte ich sehr, was garantiert nicht nur an der eisigen Kälte lag, denn dort standen auf einmal um die 60 Leute vor unserer Haustür! Sie alle waren gekommen, um durch uns in weihnachtliche Stimmung zu kommen. Doch schon nach etwa 20 Minuten Weihnachtsmusik war es geschafft. Wir wurden mit reichlich Applaus und kleinen Aufmerksamkeiten belohnt, bedankten uns bei allen Leuten und wünschten ein frohes Fest.

Als das nun geschafft war, klopfte mir Papa auf die Schulter und sagte mir, dass er sehr stolz auf mich sei. Dies war eine der schönsten Momente in meinem Leben.

Es macht mir immer wieder Spaß, mit der Musik anderen Menschen Freude zu bereiten. Deshalb hoffe ich, dass mein Vater und ich diese Weihnachtstradition so lang wie möglich fortführen können.

Die Löcknitztaler Musikanten

Eines Tages, etwa vor einem Jahr, machte Papa mir das Angebot, mich mit zur "Löcknitztaler-Probe" nach Lenzersilge zu nehmen. Dort angekommen, war ich sehr aufgeregt, denn es saßen fast ausschließlich Erwachsene in der Runde. Ich war lang nicht mehr so nervös gewesen. Doch schließlich zeigte ich dort viel Interesse und Fleiß.

So machte mir Ewald Felscher, der musikalische Leiter der Kapelle, das Angebot, jeden Freitag mit zur Probe zu kommen (zuerst brachte ich wirklich kein Wort heraus). Er sagte, ich solle noch einmal eine Nacht darüber schlafen. Es war gerade schon ziemlich viel auf einmal für mich. Doch ich kam zu dem Schluss, dass das meine große Chance war, mit meinem Vater einmal gemeinsam in einer Kapelle zu musizieren. Dies war schon seit einigen Jahren mein allergrößter Wunsch.

So kam ich nun jeden Freitag zur Probe und traute mich an die Blasmusik heran.

Ich wurde dort sehr freundlich aufgenommen und unterstützt. Einige Zeit verging bis ich mich sowohl in der Musik als auch in die neue Gesellschaft eingewöhnte. Fleißig spiele ich bis heute mit meinem Trompetenlehrer, Herrn Leu, die Blasmusikstücke durch und übte alles, wo ich noch Schwierigkeiten hatte. Er hat mir immer weiter geholfen und viel beigebracht, gleiches gilt natürlich auch für meinen Vater.

Dann nach einer Menge Übung kam endlich mein erster Auftritt: Ich spielte zusammen mit der Kapelle auf der Bühne, der ich schon Jahre zuvor nur vom Publikum aus zuhören konnte. Zwar konnte ich noch nicht hundertprozentig mithalten, doch gab stets mein Bestes. Papa war wieder sehr stolz.

Später, als ich schon einige Fortschritte gemacht hatte und oft mitgezogen bin, wurde ich zum offiziellen "Löcknitztaler Musikanten". Wow, dachte ich, mein größter Wunsch hat sich endlich erfüllt! Irgendwie brauchte ich etwas Zeit, um dies erst einmal zu verinnerlichen - Ich hatte es noch gar nicht richtig geglaubt! So fühlte ich mich während der Zeit in der Kapelle vollkommen akzeptiert und sehr wohl. Ein wirklich tolles Gefühl, dabei sein zu dürfen.

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