Praktikum in Perleberg : Ins Berufsleben reingeschnuppert

Chantal Sophie Britz hat beeindruckende Einblicke in die Arbeit mit straffälligen Menschen erlangt.
Chantal Sophie Britz hat beeindruckende Einblicke in die Arbeit mit straffälligen Menschen erlangt.

Chantal Sophie Britz aus Perleberg schildert ihre Eindrücke aus dem Praktikum im CJD Berlin-Brandenburg

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30. April 2019, 13:30 Uhr

Perleberg | Wie viele andere Perleberger Schüler absolvierte ich in den ersten beiden Aprilwochen in einem Prignitzer Unternehmen mein Praktikum. Da ich nach der Schule gerne einen Berufsweg einschlagen möchte, der etwas mit sozialer Arbeit zu tun hat, entschied ich mich, mein Schülerpraktikum im Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) Berlin-Brandenburg am Standort Perleberg zu machen.

Einblick in die Arbeit mit straffälligen Menschen

Im Projektfeld „Arbeit statt Strafe“ durfte ich einen Einblick in die Arbeit mit straffälligen Menschen erlangen. Hier erfuhr ich, dass Personen, die zu einer Geldstrafe verurteilt sind, diese aber nicht zahlen können, einen Antrag auf freie Arbeit stellen können. Dabei werden sie von den Mitarbeiterinnen im CJD Berlin-Brandenburg begleitet.

Die freie Arbeit oder auch Ableistung von Sozialstunden erfolgt in gemeinnützigen Vereinen oder öffentlichen Organisationen, diese werden auch regelmäßig von den Mitarbeitenden des Projektes besucht. Das Team des Projektes leistet ebenso aufsuchende soziale Arbeit bei den Straffälligen, um Problemlagen zu klären, den Menschen hinter der Akte kennen zu lernen und so besser unterstützen zu können.

Teilnahme an einer Hausbesuchstour

Während meines Praktikums hatte ich das Glück, eine dieser Hausbesuchstouren miterleben zu dürfen. Diese führte aus der Prignitz bis an die Oder nach Schwedt, Angermünde und Prenzlau. Bei den Gesprächen durfte ich als Zuhörer und Beobachter dabei sein und habe eine Menge Eindrücke gesammelt, die sehr beeindruckend für mich waren.

Betroffenheit über die Missstände

Ich war sehr betroffen, wie nah Arbeitslosigkeit, Sucht und Straffälligkeit beieinander liegen und das Leben der Menschen beeinträchtigen. Unsaubere Wohnungen, mangelnde Körperhygiene und eine schlechte Allgemeinbildung sind nur einige der Missstände, die sofort beim Hausbesuch erkennbar waren.

Einige Klienten, so werden die zu Betreuenden im Projekt genannt, waren sehr dankbar über die Unterstützung, die sie erhalten. Andere wiederum schienen nicht wirklich zu erkennen, welche Chance sie erhalten, indem sie kein Geld zahlen müssen, sondern diese Strafe abarbeiten dürfen.

Menschen in der schwierigen sozialen Lage unterstützen

Die soziale Arbeit mit Straffälligen ist eine Herausforderung, bei der auf viele Problemlagen der Menschen eingegangen werden muss, um einen Weg aus der schwierigen sozialen Lage aufzeigen zu können und zu unterstützen.

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg. Telefonisch sind die Mitarbeitenden des Projektes Haftvermeidung durch soziale Integration unter der Rufnummer 03876/ 7834-28 sowie Mobil unter 0173/ 7458262 zu erreichen.

 

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