In eine andere Generation gefahren

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In der AG arbeiten die Schüler an einem Modell des Wittenberger Bahnhofsgebäudes. LUisa Gierz

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21. März 2013, 10:11 Uhr

Wittenberge | Jeden Mittwoch treffen sich Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums Wittenberge und bearbeiten die Bahngeschichte Wittenberges, speziell die des Bahnhofgebäudes. Auf den ersten Blick mag das für einige sehr nüchtern klingen. Wer hat sich denn je Gedanken darüber gemacht, wann das große, aschgelbe Gebäude entstand? Wozu es nützlich war? Was es durchgestanden und wer es geleitet hat? Vermutlich die Wenigsten. Diese Fragen regten die Schüler und ihre AG-Leiterin Frau Hinrichs an, sich näher mit dem Gebäude und allem, was dazu gehört, zu beschäftigen.

Die feine Ausarbeitung eines Modells, das Lesen altdeutscher Schrift, die Auswertung alter Fahrkarten und das Erstellen von Präsentationen gehören dazu. Dass heute ca. 5000 Menschen täglich unseren Bahnhof nutzen, war in seiner Entstehungszeit Mitte des 19. Jahrhunderts ähnlich, denn der Bahnhof war damals der wichtigste Knotenpunkt zwischen Hamburg und Berlin. Immer wieder stoßen die Schüler auf neue, unentdeckte Eigenschaften des Gebäudes, wie zum Beispiel ein ehemaliges Café inmitten des Gebäudes oder ein Atombunker, welcher sich wie ein Keller unter dem Erdgeschoss befindet.

Aber nicht nur das Gebäude und die Architektur interessieren die Schüler und AG-Leiterin Frau Hinrichs, sondern auch die Geschichte der Angestellten. Woche für Woche werden Informationen zu ehemaligen Angestellten, Fahrkarten, Fahrplänen oder alte Schwarz-Weiß-Bilder gesammelt. Erstellt werden Ordner zur Übersicht und Anschauung, denn die Ergebnisse sollen nicht verstauben: Das Ziel ist eine Ausstellung im Wittenberger Museum "Alte Burg", die durch die Zusammenarbeit zwischen Gymnasium und Museum erlangt wird. Das Thema wird die "Bahngeschichte Wittenberges", von der Entstehung bis hin zur Gegenwart sein.

Damit die Ausstellung möglichst umfangreich wird, bitten die Schüler um Mithilfe: Wer weiteres Anschauungsmaterial, Bilder, Zeitungsartikel, Fahrscheine oder Ähnliches hat, das er gern einmal für einen bestimmten Zeitraum ausgestellt sehen möchte, meldet sich bitte im Haus I des Marie-Curie Gymnasiums oder sendet eine E-Mail an aggeschichte@gmx.de.

So ist es nicht nur für die Gymnasiasten ein großes Projekt zur Erforschung der eigenen Bahngeschichte.

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