Projektwoche : Ein ganz besonderer Ort

Ruben (r.) und Vincent Lau auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Cassino am Grab ihres Urgroßvaters.
Ruben (r.) und Vincent Lau auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Cassino am Grab ihres Urgroßvaters.

Ruben und Vincent Lau suchten das Grab ihres Urgroßvaters im italienischen Ort Cassino auf.

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05. Dezember 2018, 13:00 Uhr

44 Schüler der Jahrgangsstufen zehn bis zwölf unternahmen während der diesjährigen Projektwoche am Marie-Curie-Gymnasium Wittenberge im Oktober gemeinsam mit drei Lehrern eine achttägige Studienreise nach Italien.

Erdrutsch verhindert Aufstieg zum Vesuv

Die Stationen dieser interessanten Busreise über zirka 4200 Kilometer waren der Gardasee, Rom, Cassino, Sorrent, Capri, Amalfi und Pompeji. Der Aufstieg zum Vesuv mit seinen 1281 Metern Höhe und seiner Geschichte, die bis zum Ausbruch dieses gefährlichsten europäischen Vulkans im Jahr 79 nach Christus reicht, konnte nicht realisiert werden, weil durch einen Erdrutsch infolge starker Regenfälle der Weg zum Gipfel gesperrt war. Die Einheimischen bezeichnen diese Erscheinung als „Wasserbombe“. Sehr viele Informationen erhielten wir durch Vorträge von Mitschülern sowie lokalen Reiseführern. So erfuhren wir viel Wissenswertes über die Kultur und Lebensweise der Römer.

Architektur beeindruckt Schüler

Besonders beeindruckt waren wir von der antiken Architektur und den Eigenschaften der damals schon verwendeten Baustoffe, wie zum Beispiel Mörtel und Beton. Zwischen Rom und Neapel befindet sich der Ort Cassino und die Abtei Monte Cassino. Um diese Gegend tobten im Zweiten Weltkrieg 1943/44 erbitterte Kämpfe zwischen deutschen und alliierten Truppen mit 70 000 Gefallenen, bei denen unser Urgroßvater Paul Wirth als Obergefreiter der Fallschirmjäger der Wehrmacht am 11. Oktober 1943 sein junges Leben sinnlos opfern musste.

Anblick der Gräber sorgt für Nachdenklichkeit

Unsere Familie hatte über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge recherchiert und Informationen über die genaue Todesursache – Oberschenkelverletzung durch Artilleriegeschoss – und den Ort seines Grabes auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Cassino erhalten. Für uns als Urenkel und unsere ganze Familie war dieser kleine Abstecher auf unserer Projektfahrt von sehr großer Bedeutung. Wir und viele unserer Mitschüler wurden sehr nachdenklich und traurig beim Anblick der 20 000 Gräber deutscher Soldaten, von denen einige kaum älter geworden waren als wir jetzt sind.
 

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
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