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Die Schattenseiten von Facebook

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svz.de von
erstellt am 19.Dez.2012 | 05:55 Uhr

Perleberg | Facebook, auf deutsch "Gesichtsbuch", kennt mittlerweile fast jeder Jugendliche auf der Welt. Doch man fragt sich immer mehr, ob das beliebte soziale Netzwerk so hervorragend für uns ist. Ich habe mich mit der Frage intensiv beschäftigt und die Vor- und Nachteile Facebooks zusammengetragen.

Nach der Gründung im Februar 2004 hat das Netzwerk heute laut Wikipedia ca. eine Milliarde registrierte Nutzer und die Anzahl steigt jede Sekunde. Was ist so beliebt an Facebook? Dazu befragte ich einige Passanten aus Perleberg im Alter von 14 bis 30 Jahren. Ich erfuhr, dass es zum einen an der einfachen Kommunikationsmöglichkeit liegt und dass die Passanten durch Veranstaltungen, Pinnwandeinträge, Fotos und Videos auf dem aktuellen Stand sind. Es liegt unter anderem auch daran, dass bei dem sozialen Netzwerk Spiele, Kommentare und Werbung jeglicher Art angeboten werden. Man bleibt im virtuellen Kontakt mit Personen, ohne aus dem Haus zu müssen. Man regelt mit Facebook seinen Tagesablauf.

Wie das Gesundheitsportal der deutschen Apotheker berichtet, entwickeln manche Jugendliche und auch Erwachsene eine Facebook-Sucht. Der Zwang nichts zu verpassen, wird so stark, dass manche von ihnen Angstzustände, Schweißausbrüche, Unruhe, Stress und Aggressionen bekommen, wenn sie nicht online sind. Meist wissen die Betroffenen selbst nicht, dass sie eine Sucht nach dem Netzwerk entwickelt haben, bzw. wollen es nicht wahrhaben und halten daran fest. Sie verkriechen sich immer mehr in eine schlaflose Welt mit virtuellen Freunden, sodass sie ihre reellen Freunde vergessen, sich nicht um ihre Pflichten kümmern und auch meist den Job oder die Familie deswegen vernachlässigen. Meist erkennt der Süchtige sein Problem erst, wenn er schon alles verloren hat. Die Betroffenen schaffen es im Normalfall nicht von allein aus der Krankheit und brauchen professionelle Hilfe in einem Suchtzentrum oder bei einem Therapeuten.

Das Careface Treatment Center zum Beispiel hilft den Menschen wieder ein normales Leben, ohne den Drang nach Facebook, aufzubauen. Die Betreuer des Zentrums zeigen den Jugendlichen oder Erwachsenen andere Aktivitäten und andere Wege und Möglichkeiten der Kommunikation. Sie ermutigen den Süchtigen mehr zu unternehmen und unterstützen den Wiederaufbau des "neuen Lebens". Allerdings könnten die Betroffenen einem Rückfall in die soziale Netzwerksucht erliegen. Dann müssen sie von selbst wieder den Weg zum Suchtzentrum finden. Aber viele vorher Facebook-Abhängige schaffen den Weg zurück in ein normales Leben ohne Facebook.

Aus dieser Analyse kann man den Schluss ziehen, dass nicht jeder Facebook-Nutzer süchtig nach dem Netzwerk ist, aber dass es schneller zur Sucht führt, als Alkohol und Nikotin, wie eine norwegische Studie herausfand. Wenn man jemanden kennt, der all diese Symptome zeigt, sollte man versuchen, denjenigen auf sein Problem aufmerksam zu mache, rät das Gesundheitsportal der deutschen Apotheker. Denn der Betroffene muss seine Sucht selbst erkennen und Hilfe annehmen wollen, sonst bringt der Gang zum Suchtzentrum nichts.

Meiner Meinung nach sollte man jedoch nicht Facebook verurteilen, denn es war eine brilliante Idee von Gründer Mark Zuckerberg, welche die Welt der Kommunikation fortschrittlich verändert hat.


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