Cosplay: Bizarre Fantasiegestalten

<strong>Cosplay ist die englische Übersetzung</strong> von Kostümspiel und ein beliebter Trend unter jungen Leuten. Sie verkleiden sich wie Figuren aus  Computerspielen, Manga oder Animefilmen. <foto>archiv</foto>
Cosplay ist die englische Übersetzung von Kostümspiel und ein beliebter Trend unter jungen Leuten. Sie verkleiden sich wie Figuren aus Computerspielen, Manga oder Animefilmen. archiv

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20. Juni 2012, 10:25 Uhr

Da will man einen schönen ruhigen Wochenendausflug zu einer bekannten Messe machen, doch sobald man aus der Bahn steigt, wird man von hunderten kostümierten Menschen umzingelt. Sie sind so genannte Cospalyer. Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff und was treibt die Menschen hinter den Figuren dazu an, sich als solche zu verkleiden?

Der Begriff "Cosplay" stammt eigentlich aus dem Japanischen ("Kosupure"), wird aber mit der englischen Kurzform von "costume play" (Kostümspiel) übersetzt. Beim Cosplayen geht es darum, seinen Lieblings Anime-, Manga-, Film- oder Gamecharakter möglichst detailgetreu darzustellen. Zu uns kam das Cosplay dann im 20. Jahrhundert als Mangas und Animes auch in Europa bekannter wurden. 2007 gab es dann auch die ersten Meisterschaften in Deutschland.

Was damals kaum verbreitet war , findet heute Millionen von Anhängern in der ganzen Welt, vor allem in den USA, Japan und Europa. Es ist sogar so populär, dass es eigene Weltmeisterschaften für die besten und kreativsten Player gibt. Doch sie stellen nicht nur ihre meist selbst entworfenen Kostüme vor, sondern führen auch kleine Sketche oder sogar Showkämpfe aus dem entsprechenden Spiel, Film, Anime oder Manga vor. Dies ist aber ein recht teurer Spaß. Das Minimum für ein gutes Kostüm liegt bei 100 Euro und aufwärts gibt es keine Grenzen. Selten bleibt es jedoch beim Minimum, denn zu einem richtigen Cosplay-Kostüm gehören auch die passende Frisur, speziell angefertigte Waffen (die natürlich nicht echt sind) und weitere Details wie Schmuck, Flügel oder Fliegerbrillen. Manche gehen sogar kurz vor einer Messe noch zur Mani - und Pediküre, um wirklich perfekt auszusehen. Oftmals stehen viele schon um 4 Uhr morgens auf, um sich fertig zu machen, damit sie rechtzeitig bei der Eröffnung der Messe sind und dort geht das Stylen noch munter weiter. Das Verrückte hierbei ist, dass das Geld meist nur für einen Auftritt investiert wird.

Bekannte Messen zum Cosplayen sind zum Beispiel die Games.com und die Leipziger Buchmesse. Hier tummeln sich jedes Jahr um die tausend Cosplayer und nun sprechen wir aus eigener Erfahrung. Denn als wir die Leipziger Buchmesse (kurz: LBM) besuchten, waren in der Haupthalle fast ausschließlich Cosplayer, die sich für Fotoshootings drapierten . Da wirkte man als normal gekleidete Person fast schon wie ein Außenseiter zwischen den vielen Fantasygestalten. Manchmal fühlte es sich fast so an , als ob sie nicht gekommen waren um sich Bücher anzugucken, sondern eher, um gesehen zu werden und als Fotomodel zu posieren . Später merkte man aber, dass die Geduld der Player auch irgendwann ein Ende hatte. So stürzten sich zum Beispiel einige auf kurz zuvor frei gewordene Plätze, nur um sich auszuruhen und vielleicht einen Kaffee zu trinken, aber das war ein fast unmögliches Unterfangen, wenn sie ein gutes Kostüm hatten. Ständig wurden sie angehalten oder mussten stundenlang still stehen,damit die Leute ihre Fotos schießen konnten. Trotzdem blieben die meisten immer freundlich und ließen es über sich ergehen.

So geduldig waren sie wahrscheinlich nur, weil sie im Austausch dafür einmal dem grauen Alltag entfliehen und mit ähnlich "verrückten Leuten" rumkaspern konnten , was man auf einigen Fotos auch sehr gut sehen kann. Es war auch verrückt zu sehen, wie einige in ihrer Rolle aufgingen , so zum Beispiel eine Gruppe von Final-Fantasy-Playern, die sich herzlich begrüßten , obwohl sie sich gar nicht kannten.

Unser Fazit ist, dass es auf jeden Fall eine Erfahrung wert ist, denn man lernt viele nette Leute kennen und kann sich einmal richtig "austoben". Man sollte jedoch wissen, worauf man sich einlässt, so ist es zum Beispiel nichts für sehr schüchterne Leute, die sich nicht gern fotografieren lassen .

Und wer noch nicht ganz überzeugt ist, der kann sich auch einfach auf der nächsten LBM anstecken lassen, denn wir haben uns anstecken lassen und sind nächstes Jahr auf jeden Fall unter den Cosplayern!

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