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Bakterien - Freund und Feind zugleich

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erstellt am 24.Apr.2013 | 04:45 Uhr

Wittenberge | Sie sind klein, sehr klein, sie umgeben uns rund um die Uhr. Sie sind die ältesten, vielfältigsten und am häufigsten vorkommenden Lebewesen unseres Planeten. Sie ermöglichten erst das Leben auf unserem Planeten, brachten aber auch viel Unheil. Die Rede ist von Bakterien.

Bakterien haben ein ungeheures Potenzial, sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung. Sicherlich sind viele Menschen durch Pest, Cholera und Co. umgekommen, aber seit der Entdeckung des Penicillins Anfang des 20. Jahrhunderts durch Alexander Fleming sind Bakterien wesentlich leichter zu kontrollieren als davor.

Forscher entwickeln Kraftstoff aus Zucker

Jetzt aber kommt die Frage, was die kleinen Organismen so besonders macht. Es ist ihr Stoffwechsel! Man kann ihn nutzen, um bestimmte Chemikalien herzustellen. So ist es zum Beispiel Forschern in den USA gelungen, Escherichia coli (kurz E.coli oder auch Kolibakterien) so genetisch so zu verändern, dass es Kraftstoff aus Zucker herstellt. Noch ist diese Art der Kraftstoffherstellung nicht serienreif, könnte aber in Zukunft unser Problem mit dem ohnehin schon knappen Erdöl lösen. Aber auch der Abbau von Stoffen ist möglich. So werden beispielsweise beim Austreten von Erdöl bereits Bakterien eingesetzt, um die Katastrophe einzudämmen. Wie auch beim Produzieren von Kraftstoff ist auch beim Abbau von Erdöl noch viel Verbesserungspotenzial. Es liegt aber nicht an der Unfähigkeit der Bakterien, sondern an der unvorstellbaren Masse, die bei solchen Katastrophen austreten.

Aber auch beim Hausbau finden Bakterien schon Beachtung. Das Problem kennt jeder: Beton wird mit der Zeit spröde und rissig. In die Risse läuft Wasser und ungeliebter Schimmelpilz kann sich ausbreiten. Behandelt man den Beton mit bestimmten Bakterien, so schließt sich der Riss mit Kalkstein, den die Bakterien bilden. In der Medizin kam im 19. Jahrhundert die Idee auf, die Bakterien gegen Krebs einzusetzen. Diese Idee wirkt auf den ersten Blick merkwürdig, da Bakterien auch mit zu den Feinden der Mediziner gehörten bzw. noch gehören. Bei näherer Betrachtung ist die Lösung aber sinnvoll, schließlich können einige Bakterien in solch unwirtlichen Regionen wie im Inneren eines Tumors überleben. Der Tumor würde geschwächt werden oder gar ganz zerstört, da sein Stoffwechsel eingeschränkt wird. Der Infektion im menschlichen Körper lässt sich mit Antibiotika entgegen wirken.

Mit Hilfe von Bakterien lassen sich Daten speichern

Auch den Weg in die Computerindustrie haben Bakterien schon gefunden. So arbeiten japanische Forscher an Bakterien die Daten für mehrere Millionen Jahre speichern.

Die Forschung an Bakterien löst viele unserer Probleme, lässt aber auch neue entstehen. Dennoch zeigt sich, dass die Erforschung von Bakterien viel Gutes hervor gebracht hat und sich dieser Trend weiter fortsetzt. Und wer hätte gedacht, dass die kleinsten Lebewesen unseres Planeten und einstige Feind des Menschen die Probleme der Menschheit lösen würden?

 

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