Interview : Schlichten statt streiten

Streitschlichter helfen ihren Mitschülern, bei Konflikten Lösungen zu finden, anstatt zu streiten. 2001 wurden die ersten Schlichter an der Parchimer Pestalozzischule ausgebildet.
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Streitschlichter helfen ihren Mitschülern, bei Konflikten Lösungen zu finden, anstatt zu streiten. 2001 wurden die ersten Schlichter an der Parchimer Pestalozzischule ausgebildet.

An der Parchimer Pestalozzi-Schule helfen Schüler dabei, Konflikte zu lösen. Zehnwöchige Ausbildung für Interessierte

svz.de von
23. März 2014, 22:12 Uhr

An der Pestalozzischule in Parchim gibt es eine Schlichtergruppe. Um sie vorzustellen, hat die Klasse 9b die Mitglieder der Schlichtergruppe zu einem Interview eingeladen. Die sechs Schüler verraten, was schlichten bedeutet, wann sie helfen können und wie sie zu Streitschlichtern wurden.


Was bedeutet schlichten?
Schülern, die sich streiten, wird geholfen, eine Lösung zu finden. Dabei soll es keine Verlierer geben. Niemand wird bestraft oder beschuldigt. Die Streitenden äußern auch ihre Gefühle. Wenn möglich, sollen die Hintergründe des Problems aufgedeckt werden.


Wie alt muss man sein, wenn man Schlichter werden will?
Auch Grundschüler können Schlichter werden.


Kann jeder Schlichter werden?
Ein Schlichter muss Voraussetzungen mitbringen, er muss diese Aufgabe wollen, Vorbild sein, gut zuhören, Wichtiges erfassen können und neutral bleiben. Die Schlichter haben Schweigepflicht.

Aus wie vielen Mitgliedern besteht eure Gruppe?
Sechs Schüler und unsere Sozialarbeiterin.

Wie lange gibt es schon an unserer Schule die Schlichtergruppe?
Die jetzige Gruppe gibt es seit 2011. Die ersten Schlichter unserer Schule wurden 2001 ausgebildet.


In welchen Fällen könnt ihr helfen?
In fast jedem, wenn beide Streitenden bereit sind. Bei Straftaten können wir nicht helfen.


Seid ihr immer erfolgreich?
Es kann auch passieren, dass es zu keiner Einigung kommt. Halten sich Streitende nicht an die Regeln, müssen wir abbrechen. Bisher hatten wir den Fall noch nicht.


Macht euch diese Arbeit Spaß?
Ja.


Wie oft werdet ihr zur Schlichtung angefordert?
Es wäre gut, wenn wir öfter einbezogen werden würden.

Wer leitet euch an?
Frau Bär, unsere Schulsozialarbeiterin.


Wie sah eure Ausbildung aus?
Zehn Wochen lang hatten wir zwei Stunden wöchentlich Ausbildungen. Es gab theoretische und praktische Teile. Einige Dinge fielen uns schwer, z.B. das aktive Zuhören und das Zusammenfassen. In Abständen treffen wir uns mit anderen Schlichtergruppen im Schlichtercamp zu Fachtagungen und Workshops. Schlichtergruppen können nur arbeiten, wenn die Schule dahintersteht.


Wie lange dauert eine Schlichtung?
Das ist sehr unterschiedlich. Meist wird eine Lösung nach zehn bis zwanzig Minuten gefunden.


Wie geht es Betroffenen nach der Schlichtung?
Sie haben ein besseres Gefühl, stehen nicht mehr unter Druck.


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