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Hagenow : Zu Gast bei Martin Luther

Im Lutherkostüm empfing Pastor Volker Höppner (r.) die Kinder in der Hagenower Stadtkirche.
Im Lutherkostüm empfing Pastor Volker Höppner (r.) die Kinder in der Hagenower Stadtkirche.

Viertklässler der „Stadtschule am Mühlenteich“ Hagenow reisten ins Mittelalter.

von
19. November 2018, 16:00 Uhr

Es klopfte an der Klassenraumtür und Katharina von Bora, alias Gemeindepädagogin Simone Muschick, lud 84 Schüler und Schülerinnen der „Stadtschule am Mühlenteich“ in die Stadtkirche von Hagenow ein, um das Leben und Werk von Martin Luther kennenzulernen.Voller Neugierde folgten alle Kinder der Einladung. In der Stadtkirche empfing sie Martin Luther, alias Pastor Volker Höppner höchst persönlich gemeinsam mit seiner Familie. Die Reise ins Mittelalter begann.

Stationenlauf in Umhang und mit Stein im Gepäck

Zunächst schlüpften die Schüler in die Rolle der Studiosis, so nannte man die Schüler zur damaligen Zeit. Mit einem Umhang und einem großen Stein im Gepäck absolvierten alle Teilnehmer vier Stationen. Der Stein symbolisierte die schwere Zeit der Menschen im Mittelalter. Die Schüler erlebten zunächst hautnah ein starkes Gewitter und berichteten von ihren Ängsten in der heutigen Zeit, nicht nur bei einem Gewitter. Martin Luther hatte zur damaligen Zeit Todesangst bei einem Gewitter und versprach, dass er Mönch in einem Kloster werden möchte, wenn er dieses Gewitter überlebt.

Einblick in die Studierstube

In der Folge ging es in die Studierstube. Gemeinsam mit Melanchton und einer Kodierungskarte übersetzten die Mädchen und Jungen einen hebräischen Bibelvers. Das war gar nicht so leicht, denn die Schriftrichtung war der deutschen entgegengesetzt. Nun machten sich alle Schüler Gedanken darüber, was sich in der heutigen Zeit verändern müsste.

Eigene Thesen

Dazu schrieben sie ihre Thesen auf einen Zettel und schlugen diese mit einem Hammer und einem Nagel an die Kirchentür. Darunter konnte man zum Beispiel lesen, „Kein Krieg!“, „Hört auf, die Umwelt zu verschmutzen!“. Wie der Ablasshandel funktionierte, erfuhren die Schüler in einem kleinen Spiel mit Karlstadt. Zum Abschluss erhielt jede Gruppe ein Puzzleteil. Gemeinsam entstand am Ende die Lutherrose und die schwere Last des Mittelalters, der Stein, wurde um die Rose abgelegt. Pastor Höppner erklärte die Bedeutung und schlug mit dem gemeinsamen Singen des Luthersongs „Eine feste Burg ist unser Gott“ einen Bogen in die heutige Zeit.

Blumiges Dankeschön

Die Schüler und Schülerinnen der Stadtschule am Mühlenteich bedankten sich gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Frau Jacobs, Frau Philipps und Frau Haack bei der Kirchgemeinde, indem sie mit allen Schülern der vierten Klasse Zwiebeln von Frühblühern auf der Kirchwiese und dem angrenzenden Schulgelände steckten. So kann man im Frühjahr durch ein Spalier von Blüten gehen und an das gemeinsame Herbsterlebnis erinnern. „Eine schöne Geste!“, so Simone Muschick.
 

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